Öffentlicher Nahverkehr : Ausfälle im BVG-Busverkehr erreichen Rekordwert

Die Ausfälle im Busverkehr der Berliner Verkehrsbetriebe haben im September ein Rekordhoch erreicht. Fast 159.000 Fahrkilometer konnten die Busse nicht zurücklegen - weil sie in der Werkstatt standen.

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Weil viele Busse in die Werkstatt müssen, stehen die Fahrgäste im Regen.
Weil viele Busse in die Werkstatt müssen, stehen die Fahrgäste im Regen.Foto: picture-alliance

BerlinDie Ausfälle im Busverkehr der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben im September ein Rekordhoch erreicht. Nach Informationen des Landesunternehmens seien im September fast 159.000 Fahrkilometer, die laut Plan stattfinden sollten, ausgefallen, bestätigte die Sprecherin der BVG, Petra Reetz, gegenüber Tagesspiegel.de. Das ist ein Negativrekord. Im August waren es 57.000 nicht gefahrene Kilometer. "Bis 60.000 Kilometer spürt der normale Fahrgast kaum etwas vom Ausfall", sagt Reetz. "In einem durchschnittlichen Monat fahren wir 7,56 Millionen Kilometer."

Inzwischen rechne die BVG damit, dass sie sich in diesem Jahr auf eine Million ausgefallene Kilometer summieren, das wäre mehr als doppelt so viel wie 2009. BVG-Sprecherin Petra Reetz räumte Schwierigkeiten ein. "Momentan haben wir bis zu 100 Beschwerden im Monat", sagte sie Tagesspiegel.de. Normalerweise seien es nur 20 bis 30.

Ein Hauptproblem sind den Angaben zufolge technisch bedingte Ausfälle der Fahrzeugflotte: Ölverluste am Motor, defekte Lichtmaschinen, Korrosion an den Frontscheibenrahmen, Rahmenbrüche, Schäden am Fußboden oder poröse Schläuche und defekte Türantriebe würden bei den Herstellern gerügt. Das bedeute mehr Arbeit für die Werkstätten. Da die Reparaturen hauptsächlich als Garantieleistungen der Hersteller durchgeführt würden, sei es nicht möglich gewesen, die Probleme schneller zu beheben. Darüber hinaus hätten die vielen Demonstrationen, die den Busverkehr in diesem Monat behinderten, zu den Ausfällen beigetragen, sagte die Sprecherin.

Zusätzlich habe sich die BVG mit dem Schienenersatzverkehr wegen der Baustelle an der U-Bahnlinie 2 selbst blockiert. "Wir haben mehr Busse eingesetzt als nötig, weil der Verkehr dort nur langsam fließt", sagte Sprecherin Petra Reetz.

Unterdessen hat die BVG reagiert. "Wir haben 20 Zeitarbeiter eingestellt", sagte Reetz. Außerdem versuche die BVG morgens und abends mehr Busse einzusetzen und tagsüber einige raus zu nehmen, um die Menschen zur Arbeit und zurück zu bringen. "Inzwischen sind wir aus dem Tief raus. Der Busverkehr ist jeden Tag wieder ein bisschen zuverlässiger und pünktlicher geworden." Es werde aber noch bis zum Frühjahr 2011 dauern, bis er wieder so gut sei wie früher. (mit dapd)

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