Preiserhöhung : Im Nahverkehr sollen Tarife ab 2011 steigen

Nach dem Desaster bei der S-Bahn sollen die Preise erst wieder 2011 steigen. Erhöhungen sind vor allem bei Einzeltickets geplant.

Klaus Kurpjuweit

Im nächsten Jahr wird es im Nahverkehr keine höheren Preise geben. Dies bekräftigte am Montag Staatssekretärin Maria Krautzberger im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses. Zuvor hatte bereits die BVG verkündet, auf eine Tariferhöhung verzichten zu wollen. Nach dem Desaster bei der S-Bahn könne man dies den Fahrgästen nicht zumuten.

Von 2011 an sollen die Preise für die Fahrscheine aber wieder steigen – nach Plänen der BVG jährlich um durchschnittlich 1,5 Prozent. Nach Krautzbergers Angaben sollen vor allem Einzelfahrscheine teurer werden; bei Stammkunden dagegen sollten die Preise weniger stark steigen. Abonnenten und Käufer von Monats- und Wochenkarten zahlten bereits jetzt relativ viel.

Verglichen mit dem Preis für den Einzelfahrschein macht sich der Kauf einer Monatskarte in Berlin erst nach mehr als 34 Fahrten bezahlt. Die Planer nehmen in ihrer Kalkulation aber an, dass sich Stammkunden mehr als 60 mal im Monat in Bahnen oder Busse setzen. In München lohnt sich die Monatskarte dagegen schon mit der 27. Fahrt, in Bremen sogar nach der 20. Dort kostet der Einzelfahrschein 2,20 Euro und die Monatskarte 45,20 Euro. In Berlin ist der Einzelfahrschein im Stadtgebiet für 2,10 Euro zu haben, für die Monatskarte sind dagegen 72 Euro fällig.

Bisher waren die Preise für Stammkunden in jeder Tarifrunde fast immer überproportional gestiegen, was der Fahrgastverband Igeb seit Jahren kritisiert. Der Preis des Einzelfahrscheins dagegen ist seit 2005 durch politische Vorgaben unverändert; 2004 war er sogar von 2,20 Euro auf zwei Euro gesenkt worden, weil er seither nicht mehr für Rückfahrten gilt. In diesem Jahr sollte sich der Preis um 20 Cent auf 2,30 Euro erhöhen, die Monatskarte sollte zwei Euro teurer werden. Der Kauf hätte sich dann statt nach der 34. nach der 32. Fahrt gelohnt. Die Tariferhöhung war aber am Widerstand Brandenburgs gescheitert. Bereits 2006 hatte es eine Nullrunde gegeben. In beiden Jahren gab es jeweils Wahlen in den Ländern. Klaus Kurpjuweit

0 Kommentare

Neuester Kommentar