Qualitätsbericht des VBB : Schelte für die S-Bahn, Lob für die BVG

26.07.2012 00:00 Uhrvon

Der VBB-Chef schließt erneute Entschädigungen für die Kunden nicht aus. Die Zuverlässigkeit der Bahnen sei nach wie vor unzureichend.

Die BVG ist sogar pünktlicher und zuverlässiger als vorgeschrieben

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Probleme machen nach Buchners Angaben auch nach wie vor die Fahrzeuge der einst für die Reichsbahn gebauten Baureihe 485, die zum Teil schon ausgemustert waren, dann aber mit großem Aufwand reaktiviert wurden. Von 80 Doppelwagen seien derzeit 60 unterwegs. Die anderen 20 sollen noch in diesem Jahr zum Fahren gebracht werden, hofft der S-Bahn-Chef. Die vertraglich vereinbarte Zahl von 562 einsetzbaren Doppelwagen werde man aber nicht schaffen. Bucher ist froh, wenn man auf 546 kommt. So viele waren es vor Beginn der Krise vor fast genau drei Jahren.

Auch im Regionalverkehr liege die Pünktlichkeitsquote mit 89,31 Prozent weiter auf einem zu niedrigen Niveau, kritisierte Franz. Häufigste Ursache seien Bauarbeiten oder das Warten auf verspätete Fernzüge, mit denen sich die Regionalzüge die Gleise teilen müssen.

Das S-Bahn-Chaos in Bildern:

Ein Kontrastprogramm biete dagegen die BVG, lobte der VBB-Chef. U- und Straßenbahn seien bei der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit besser als vorgeschrieben, nur der Bus erreiche die Quote nicht. BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta führte dies auf die hohe Zahl von Baustellen und Veranstaltungen zurück, die die Busse ausbremsten.

Nikutta bestätigte auch, dass die BVG versuche, ihr Angebot der Nachfrage anzupassen. „Wir wollen zufriedene Fahrgäste und keine heiße Luft durch die Gegend fahren“, sagte sie. So kann es durchaus zu Streichungen im Angebot kommen. Zudem wünscht sich die BVG-Chefin, dass Polizisten häufiger im BVG-Bereich präsent sind. Nach Angaben der Innenverwaltung hat die Polizei im ersten Quartal 2012 bereits insgesamt fast 50 000 Einsatzstunden im Nahverkehr geleistet – mehr als im gesamten Jahr 2007. Dieses hohe Niveau wolle Innensenator Frank Henkel (CDU) halten.

So gut die BVG auch dasteht: Für die kriselnde S-Bahn will sie nicht einspringen. An der Ausschreibung des Betriebs beteilige sich die BVG nur, wenn die Politik dies verlange, sagte Nikutta. Sie wolle sich lieber auf das konzentrieren, „was wir schon machen.“

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