Risiko auf zwei Reifen : Zwei Rentner bei Rad-Unfällen verletzt

Ein Radfahrer fährt eine 77-Jährige um und lässt sie bewusstlos zurück, ein Autofahrer rammt einen 76-jährigen Radler. Mit dem Frühling beginnt auch die Saison der Fahrrad-Unfälle. Manche schlechten Angewohnheiten der Radfahrer sind besonders gefährlich.

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Im Jahr 2010 starben auf Berlins Straßen sechs Radfahrer. Wer in der falschen Richtung unterwegs ist, lebt besonders riskant. Foto: dpa
Im Jahr 2010 starben auf Berlins Straßen sechs Radfahrer. Wer in der falschen Richtung unterwegs ist, lebt besonders riskant.Foto: dpa

In der Nacht zu Sonntag sind bei Unfällen mit Radfahrern zwei Rentner schwer verletzt worden. In Tempelhof hatten Passanten am Sonnabend gegen 22.30 Uhr eine 77-jährige Berlinerin bewusstlos auf der Fahrbahn der Wittekindstraße gefunden. Sanitäter brachten die Frau in eine Klinik. Polizisten erzählte die Rentnerin später, dass sie beim Betreten der Fahrbahn von einem Radfahrer erfasst worden sei, der aber weiterfuhr. An mehr könne sie sich nicht erinnern. Die Frau blieb wegen ihrer Kopfwunde im Krankenhaus. Nun wird wegen Unfallflucht gegen Unbekannt ermittelt.

Zuvor war am selben Abend in Neukölln ein 76-jähriger Radfahrer Opfer eines Unfalls geworden. Ein 47-jähriger Autofahrer hatte den Mann der Polizei zufolge beim Anfahren auf der Straße Alt-Buckow übersehen und mit dem vorderen Kotflügel seines Wagens gerammt. Der Rentner stürzte und wurde schwer am Kopf verletzt. Rettungskräfte brachten ihn in ein Krankenhaus.

Da das Wetter besser wird und die Temperaturen steigen, rechnen Verkehrsexperten mit einem steten Anstieg der Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt sind. Erfahrungsgemäß kommt es ab März in Berlin pro Woche zu mehr als 100 Unfällen mit Radfahrern. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl bis Juni sogar auf 250 pro Woche. Zwar hat es 2010 im Vergleich zum Vorjahr weniger derartige Crashs gegeben, dennoch sind immer noch 6182 Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Radfahrern bekannt geworden. Sechs Berliner Radler verunglückten 2010 tödlich. Im Vorjahr 2009 waren es 7056 Fahrradunfälle, neun Radler starben. Eine Auswertung der Polizei hat ergeben, dass ziemlich genau die Hälfte all dieser Unfälle von Radfahrern verursacht worden sind, an 41 Prozent waren Autofahrer schuld.

Radfahrer verursachen die meisten Unfälle dadurch, dass sie auf dem Gehweg oder in falscher Richtung auf Radwegen fahren, verbotenerweise eine Straße kreuzen oder sich falsch in den fließenden Verkehr einordnen. Autofahrer wiederum rammen Radfahrer laut Polizeiangaben vor allem, weil sie den Radlern die Vorfahrt nehmen. Besonders gefährlich für alle Radfahrer, auch ordnungsgemäß fahrende, sind abbiegende Lastwagen, die andere im „toten Winkel“ ihres Spiegels nicht sehen.

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