S-Bahn-Chaos : Verkehrssenatorin prüft vorzeitigen Ausstieg aus S-Bahn-Vertrag

Berlins Verkehrssenatorin Junge-Reye droht damit, Leistungen für die S-Bahn zu kürzen und den Vertrag vorzeitig zu beenden. Finanziell muss sich die S-Bahn in jedem Fall auf Einbußen einstellen - und die Fahrgäste weiterhin auf volle Züge.

Junge_Reyer Foto: ddp
Ingeborg Junge-Reyer -Foto: ddp

BerlinBereits seit über einer Woche kommen die Züge der Berliner S-Bahn zu spät, fallen aus oder sind zu kurz. Die Berliner Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hat deshalb rechtliche und finanzielle Konsequenzen angekündigt. Auf der einen Seite wird es Abzüge geben "für die Qualität, die schlicht unter aller Kritik ist", wie die die Senatorin dem RBB-Sender Radioeins sagte. Auf der anderen Seite gelte, "was nicht gefahren wird, wird nicht bezahlt", fügte sie hinzu. Wenn jetzt ein Drittel aller Züge nicht auf den Schienen sei, dann werde eben ein Drittel der Leistung des Landes Berlin abgezogen.

Zudem prüft Junge-Reyer derzeit, ob der Vertrag mit der S-Bahn vorzeitig beendet werden kann. Sie halte nichts davon, den bis 2017 geltenden Vertrag einfach fortzusetzen und weiterzuverhandeln. Ein Ausstieg wäre aber wohl frühestens in zwei Jahren möglich. "Wir werden dann Ende 2011, Anfang 2012, so wie ich das jetzt sehe, entscheiden, dass wir in die Ausschreibung gehen." Dann gebe es für Konkurrenzunternehmen die Möglichkeit, sich am Markt umzuschauen und eine hohe Leistung zu bieten.

Einschränkungen dauern an

Hintergrund der andauernden Einschränkungen bei der S-Bahn sind Sicherheitsüberprüfungen an den Rädern der Züge. Auch am Montag müssen Fahrgäste deshalb Geduld mitbringen. Nach Angaben eines S-Bahn-Sprechers wird auf vielen Strecken nur im 20-Minuten-Takt gefahren. Betroffen sind die Linien S1, S2 und S25. Die S45 und die S85 fahren gar nicht. Die Bahn bittet die Fahrgäste, parallel laufende Regionalexpresslinien oder die U-Bahn zu benutzen. Regelmäßig aktualisierte Informationen gibt es im Internet unter www.s-bahn-berlin.de.

Wegen der Wartungs- und Betriebsprobleme bei der S-Bahn war das vierköpfige Führungsteam um S-Bahn-Chef Tobias Heinemann in der vergangenen Woche entlassen und durch eine neue Mannschaft ersetzt worden. (aa/ddp)

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