S-Bahn und Hertha : Ärger in vollen Zügen

Die Hertha schlug sich gut beim ersten Spiel in der neuen Liga. Weniger waren die Zuschauer von der S-Bahn beeindruckt. Dem Unternehmen fehlten Wagen für Sonderfahrten.

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Hertha hat gewonnen – die S-Bahn hat verloren. Nach dem ersten Spiel der abgestiegenen Fußballer in der zweiten Liga mussten Fans, die mit der S-Bahn gegen 20 Uhr nach Hause fahren wollten, lange warten, ehe sie einen Platz in den Zügen erkämpfen konnten. Die kriselnde S-Bahn war durch den immensen Andrang überfordert – exakt 48 385 Zuschauer waren im Olympiastadion gezählt worden. Die Mehrzahl der Besucher nutzt für die Rückfahrt die S-Bahn.

Im Normalbetrieb fahren nach einer Großveranstaltung im Olympiastadion die Züge fast im Minutentakt ab. Die Station ist für Sonderverkehr gerüstet und hat insgesamt fünf Bahnsteige. Doch nach wie vor fehlen der S-Bahn wegen der umfangreichen Kontrollen von Rädern und Achsen Fahrzeuge; sie kann derzeit, wie berichtet, nur rund 71 Prozent des normalen Angebotes fahren.

So war es der S-Bahn nicht möglich, Sonderzüge zum Olympiastadion zu schicken, obwohl ziemlich klar war, dass mindestens 40 000 Zuschauer die Zweitliga-Premiere von Hertha BSC sehen würden. Lediglich der normale Fahrplan konnte etwas verstärkt werden. Die Züge der Linie S 3 (Erkner–Spandau) fuhren nach Angaben eines Sprechers mit acht statt mit sechs Wagen, und die Bahnen der S 5 (Strausberg Nord–Westkreuz) wurden zwischen 15 Uhr und 22 Uhr bis Olympiastadion verlängert. Die S 75 (Wartenberg–Spandau) fuhr nach Plan – auch mit weniger Wagen als üblich. So konnte der Zehn-Minuten-Verkehr nur alle 20 Minuten durch die Züge der verlängerten S 5 ergänzt werden.

Die BVG hatte ihren Fahrplan für die Hinfahrten auch nicht verändert; die Züge der U 2 fuhren alle zehn Minuten zum Olympiastadion. Engpässe habe es nicht gegeben, weil sich die Anfahrt über mehrere Stunden verteilt habe, hieß es bei der BVG. Und bei der Rückfahrt ließ die BVG die Züge dann alle fünf Minuten fahren. Zudem setzte sie zehn Extra-Busse Richtung Spandau ein.

Die S-Bahn will nach Angaben des Sprechers die Erfahrungen vom Freitagabend nun auswerten und für die künftigen Spiele von Hertha das Einsatzprogramm „präzisieren.“ Sollten die Fußballer auch die nächsten Spiele gewinnen, ist weiter mit einem großen Andrang zu rechnen. Ob die S-Bahn dann zusätzliche Fahrzeuge einsetzen kann, bleibt allerdings ungewiss. Klaus Kurpjuweit

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