Sanierung : Avus wird komplett erneuert

Autofahrern und Anwohnern der Avus stehen ab dem Baubeginn im Frühjahr 2011 drei harte Jahre bevor. 2012 kommt eine weitere Staustelle auf der Autobahn hinzu: Die Rudolf-Wissell-Brücke erhält dann eine Runderneuerung.

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Warteschleife. Die Avus – hier ein Blick auf die Nordkurve – wird im kommenden Jahr zum Engpass.
Warteschleife. Die Avus – hier ein Blick auf die Nordkurve – wird im kommenden Jahr zum Engpass.Foto: dpa

Was bisher nur Steglitz-Zehlendorfer Rathausfunk war, ist jetzt offiziell: Die Avus wird saniert – und zwar auf ganzer Länge. Entsprechend ungemütlich wird es voraussichtlich vom kommenden Frühjahr an für Autofahrer und die Anwohner der potenziellen Ausweichrouten. Details will die Stadtentwicklungsverwaltung um den Jahreswechsel verkünden, aber der ungefähre Ablauf steht bereits fest.

Zunächst steht die Grunderneuerung der A 115 zwischen dem Autobahndreieck Funkturm und der Anschlussstelle Spanische Allee an. Dabei werden außer der Fahrbahn auch drei Brücken saniert und die über den Hüttenweg neu gebaut. Wegen deren schlechten Zustandes gilt dort zurzeit Tempo 60. In einer Mitteilung ist außerdem vom „wahrscheinlich notwendigen Ersatz der Brückenbauwerke des Autobahnkreuzes Zehlendorf“ an der Potsdamer Chaussee die Rede.

Um das absehbare Stauproblem in den Griff zu bekommen, will die Verwaltung einen Teil des Verkehrs während der Bauphase auf der Autobahn halten: zwei Spuren stadtauswärts und eine stadteinwärts sollen befahrbar bleiben. Diese Kombination soll verhindern, dass der Stau bis auf die Stadtautobahn A 100 reicht. Der restliche Verkehr soll über die als U 4 ausgewiesene Umleitungsstrecke von der Potsdamer Chaussee über die Argentinische und die Clayallee zum Hohenzollerndamm fließen. Nördlich des Hüttenweges reicht der Platz für je zwei Richtungsspuren, so dass dieser Teil etwas weniger stauträchtig sein dürfte.

Nach Auskunft von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) soll an sechs Tagen pro Woche von 6 bis 22 Uhr gebaut werden. Größere Lärmprobleme sehe man wegen des Waldes nicht, sagte sie nach der Sitzung des Senats am Dienstag. Es sei noch offen, wann mit den Arbeiten begonnen werde. Der Abschnitt vom Dreieck Funkturm zur Spanischen Allee könne „in einem Zug“ gebaut werden. Auf dem südlich davon gelegenen Abschnitt bis zur Stadtgrenze gebe es dann „erhebliche Brückenbaumaßnahmen“. Dort sei Baubeginn voraussichtlich 2013 oder 2014. Die Kosten von nach letztem Stand gut 25 Millionen Euro trage der Bund, die Stadtentwicklungsbehörde sei nur die Auftragsverwaltung, denn die Avus sei Bundesautobahn. „Seit vier bis fünf Jahren wissen wir, dass die Avus saniert werden muss.“

Ob die Sanierung tatsächlich wie von Fachleuten vermutet 34 Monate dauert, ließ Junge-Reyer offen. Mit den Baufirmen solle eine Bonus-Malus-Regelung „in der Größenordnung von einer Million Euro“ vereinbart werden, um die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten.

Wegen der enormen Verkehrsbelastung will der Senat die Fahrbahn mit Gussasphalt versiegeln – und nicht mit offenporigem „Flüsterasphalt“. Letzterer reduziert zwar die Rollgeräusche der Fahrzeuge, muss aber regelmäßig aufwändig gereinigt werden und hat sich in Einzelfällen auch schon als weniger haltbar erwiesen. In Bereichen mit angrenzender Wohnbebauung soll der Asphalt laut Senat allerdings „lärmtechnisch verbessert“ werden, was zwei Dezibel weniger Krach bringe. Dieser Unterschied wäre subjektiv nicht allzu groß, aber gerade noch wahrnehmbar.

Ein Blick auf den Stadtplan zeigt, dass es im Berliner Südwesten kaum geeignete Umleitungsstrecken gibt. Immerhin verschwindet zu Weihnachten das Nadelöhr an der Spandauer-Damm-Brücke an der A 100. Dafür ist gleich nördlich davon schon der nächste Engpass absehbar: Ab 2012 wird die Rudolf-Wissell-Brücke saniert.

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