Schlecht gesicherte Baustelle : Endstation Gleisbett am Nordbahnhof

Insgesamt18 Autos landeten bereits auf den Tramschienen am Nordbahnhof. Nun wurde an der Baustelle nachgebessert.

Insgesamt 18 Autos mussten in den vergangenen Wochen am Nordbahnhof aus dem Gleisbett der M 8 auf der Invalidenstraße geborgen werden. Der Grund war offenbar eine unübersichtliche Baustelle, die seit dem 11. Oktober den Verkehr behindert. Vor allem nachts waren Autofahrer falschherum in eine wegen der Baustelle eingerichtete Einbahnstraße gefahren und auf den freiliegenden Schienen gelandet. Allein in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch verunfallten hier sechs Autos.

Bereits am Dienstag hatten sich BVG und das zuständige Bezirksamt Mitte an Ort und Stelle ein Bild von der Lage gemacht und Nachbesserungen beschlossen – seit Mittwoch ist den Geisterfahrern die Einfahrt mit einer gut sichtbaren Barriere versperrt. Folgerichtig meldete die Polizei in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag keine weiteren Unfälle. Heute wird die gesamte Fahrbahn wieder freigegeben, die Nachbesserungen an der Verkehrsführung geschahen also in letzter Sekunde. BVG-Sprecherin Petra Reetz möchte von einem Versäumnis dennoch nichts wissen: „Die Baustelle war geprüft – und wenn die Leute reihenweise in falscher Richtung in eine Einbahnstraße fahren, ist das auch ein bisschen ihr eigenes Problem.“ Die Nachbesserungsmaßnahmen seien vor diesem Hintergrund eher als Kulanz von Bezirk und BVG zu verstehen.

Für die 18 Autofahrer gibt es gleich mehrfach Ärger. Sie müssen nicht nur selbst für die Schäden aufkommen, sondern werden wegen der falschen Einfahrt in die Einbahnstraße zu Kasse geben. Das stelle „natürlich eine Ordnungswidrigkeit“ dar, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Kosten für die Einsätze der Feuerwehr, die teilweise mit einem Kran anrücken musste, um die Autos von den ohne ihr Schotterbett bis zu 40 Zentimeter aufragenden Bahnschwellen zu bergen, sind von den Haltern zu begleichen. Laut Feuerwehr werden mindestens 365 Euro pro Bergung fällig. jos

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