Schönefeld : Wie soll der neue Großflughafen heißen?

Willy Brandt oder Marlene Dietrich? Man muss noch ziemlich oft schlafen gehen, bevor der neue Hauptstadtflughafen in Schönefeld in Betrieb geht. Aber schon jetzt scheint Berlins Zukunft davon abzuhängen, welchen Namen der Flughafen bekommt, der frühestens 2011 eröffnet wird.

Schönefeld
Das Zukunftsprojekt Berlin Brandenburg International in Schönefeld. -Foto: ddp

BerlinAngefangen hat die Hauptstadt-SPD damit, die den ehemaligen Berliner Bürgermeister und Kanzler Willy Brandt als Namenspatron vorschlug. Die Reaktionen ließen bei solch einem Thema nicht lange auf sich warten - schließlich geht es nicht um öde Paragrafen oder millionenschwere Entscheidungen.

Die CDU wollte sich lieber Albert Einstein, Claus Schenk Graf von Stauffenberg oder Marlene Dietrich als Namensgeber vorstellen, die Grünen den Flugpionier Otto Lilienthal. Die FDP will nicht auf einen liberalen Namen verzichten und bringt den früheren Reichskanzler Gustav Stresemann ins Spiel.

Die Boulevardzeitung "B.Z." stellte entsetzt auf ihrer Titelseite fest, dass der "Namensstreit eskaliert". Um dann ihre umfangreiche Fleißarbeit zu präsentieren: Mindestens 50 Prominente hat das Blatt befragt und dabei eine klare Tendenz herausgearbeitet. Die Mehrzahl von Politikern wie Klaus Wowereit oder Eberhard Diepgen ist für Willy Brandt. Auch die Filmdiva Marlene Dietrich und der Physiker Albert Einstein kommen gut weg.

Tagesspiegel-Leser wollen Brandt

Die Leser von tagesspiegel.de dagegen haben Einstein und Dietrich nicht so viel am Hut: Sie sind mit knapper Mehrheit (40 Prozent) für einen Willy-Brandt-Airport. Und fast ebenso viele sprechen sich dafür aus, den neuen Großflughafen nach dem Flugpionier Otto Lilienthal zu bennenen. Der kam anderswo höchst selten vor - und hat den kleinen Makel, dass der Flughafen Tegel bereits nach Lilienthal benannt ist. Das zeigt auch gleich, wie häufig solche Namen in der Praxis verwendet werden, nämlich selten.

Am Ende entscheidet die Berliner Flughafengesellschaft nach langer Überlegung mit ihrer Marketing-Abteilung über das Ganze. Aber was finden Sie, liebe Leser? Haben Sie noch Vorschläge, um den Entscheidern beiseite zu stehen? Dann schreiben Sie uns einen Kommentar. (mhz)

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