Stadtautobahn : Stau am Bau

Von Freitagabend bis Sonntagmorgen wird die Stadtautobahn gesperrt. Der ADAC befürchtet ein Chaos.

Rainer W. During

Das Verkehrschaos am kommenden Wochenende wird wohl kaum noch zu vermeiden sein. Ausgerechnet zum Start der weihnachtlichen Hauptreisewelle werden die Stadtautobahn zwischen Jakob-Kaiser-Platz und Dreieck Funkturm sowie der Spandauer Damm komplett gesperrt. Gerade am Sonnabend rechnet der ADAC mit einem Zusammentreffen des Reise- und Einkaufsverkehrs.

Von Freitagabend 22 Uhr bis Sonntagvormittag 10 Uhr ist die Stadtautobahn dicht. Grund ist die Montage von Stahlträgern und Betonfertigteilen auf der Baustelle der Spandauer-Damm-Brücke. Auf der Umleitungsstrecke Messedamm / Königin-Elisabeth-Straße, Fürstenbrunner Weg, Rohr- und Siemensdamm muss mit erheblichen Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Der Spandauer Damm wird ebenfalls von Freitag 21 Uhr bis Sonntag 8 Uhr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Sophie-Charlotten-, Knobelsdorff- und Königin-Elisabeth-Straße. Auch der S-Bahnverkehr ist betroffen.

„Der Senat setzt ein Signal gegen Touristen, Autofahrer und den Einzelhandel“, sagt ADAC-Verkehrsexperte Jörg Becker. Er befürchtet „ein kaum zu beherrschendes Problem“ mit dem Reise- und Einkaufsverkehr. Denn eng bleibt es auch in der City-West. In der Tauentzienstraße verursacht die noch bis zum Frühjahr andauernde Sanierung der U-Bahn-Tunneldecke am Wittenbergplatz Dauerstau. Weil noch bis 2009 rund um den Kurfürstendamm das Stromnetz saniert wird, behindern derzeit auch Kabelarbeiten in Höhe der Rankestraße den Verkehr.

Vergeblich hatte der Automobilclub eine Verlegung der Sperrung in die verkehrsschwache, erste Januarwoche gefordert. Nach „intensiver Abstimmung“ mit der Baufirma habe man die Straßensperrungen immerhin um fast einen ganzen Tag verkürzen können, heißt es bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Sprecher Marko Rosteck verweist auf zeitliche Engpässe. Damit die Brücke bis zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August nächsten Jahres fertig ist, müsse der Einbau der Teile noch im Dezember erfolgen. Für die Bahn sei eine Streckenunterbrechung nur in dieser Zeit akzeptabel gewesen. Und am zweiten Weihnachtsfeiertag hätte weder Personal noch Gerät zur Verfügung gestanden.

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