Stillgelegte Fahrzeuge : S-Bahn muss Züge selbst reparieren

Die S-Bahn muss ihre stillgelegten Fahrzeuge der Baureihe 485 selbst wieder betriebsfähig machen. 20 Doppelwagen sollen reaktiviert werden, um den Wagenmangel zu lindern. Das einzige Angebot der Industrie war zu teuer.

In der Ausschreibung habe nur ein privates Unternehmen ein Angebot abgegeben, bei dem der Preis weit über den von der S-Bahn veranschlagten Kosten gelegen habe, teilte ein Bahnsprecher mit. Deshalb habe man sich entschieden, die Arbeiten in den bahneigenen Werkstätten in Wittenberge und Dessau auszuführen. Acht Doppelwagen sollen noch in diesem Jahr in den Betrieb zurückkehren. Angaben zu den Kosten machte der Sprecher nicht.

Derzeit sind alle Wagen dieses Typs stillgelegt, weil die S-Bahn in den vergangenen Jahren Räder eingebaut hatte, die keine Zulassung hatten. Die Unterlagen sollen demnächst dem Eisenbahn-Bundesamt nachgereicht werden, sagte der Sprecher weiter.

Dass der Weg zu einem normalen S-Bahn-Betrieb noch weit und beschwerlich ist, zeigte sich am Montagabend auf einem von der SPD initiierten Fachgespräch „S-Bahn Berlin – Wie geht es weiter?“ Auch das Beauftragen eines privaten Unternehmens für den Betrieb löst nicht auf einen Schlag alle Probleme. Axel Sondermann, Geschäftsführer beim französischen Konzern Veolia, wies darauf hin, dass private Unternehmen beim Kauf neuer Fahrzeuge schlechtere Konditionen bei den Banken erhielten als öffentliche Auftraggeber, was die Chancen bei einer Bewerbung um den Auftrag mindere. Dieses Problem stelle sich nicht, wenn das Land die Fahrzeuge beschaffen würde und – gegen Entgelt – dem künftigen Betreiber der S-Bahn überlasse, sagte Christfried Tschepe vom Fahrgastverband Igeb.

Bevor alle Fragen geklärt seien, könne man sich nicht entscheiden, sagte Christian Gaebler von der SPD. Einen „Schnellschuss“ dürfe es nicht geben. kt

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