Streik bei der BVG : Für Fahrgäste wird es morgens eng

Jetzt auch die BVG. Zum S-Bahn-Chaos kommt nun ein Warnstreik im Nahverkehr hinzu. Lahmgelegt wird der Betrieb dadurch zwar nicht, doch es ist mit Ausfällen bei Bussen und U-Bahnen zu rechnen. Auch bei Bundesbehörden und der BSR soll die Arbeit stundenweise ruhen.

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Foto: ddp

Ungeachtet vereister Gehwege und des eingeschränkten S-Bahn-Verkehrs wollen am Dienstag einige hundert Mitarbeiter der BVG streiken. Lahmgelegt wird der Betrieb dadurch zwar nicht. Vom Beginn der Frühschicht bis zum Nachmittag ist aber mit Ausfällen bei Bussen und U-Bahnen zu rechnen. Doch nicht nur im Nahverkehr wollen Beschäftigte die Arbeit niederlegen – auch im Kreuzberger Urbankrankenhaus, den Einrichtungen des Bundes, Kitas, der BSR und den Bädern soll stundenweise gestreikt werden.

Vom BVG-Warnstreik könnte vor allem die U-Bahn-Linie 5 (Hönow – Alexanderplatz) betroffen sein. Die BVG versuchte am Montag, Pläne zu entwickeln, um den Verkehr aufrechtzuhalten. Da sich die Gewerkschaft Verdi nicht an dem Streik beteiligt, verfüge man über Reserven, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Zum Warnstreik aufgerufen hat eine Tarifunion, in der die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Gewerkschaft Kommunaler Landesdienst vereint sind. Sie haben unter den 12 000 Beschäftigten der BVG nach eigenen Angaben mehr als tausend Mitglieder, vor allem im Tochterunternehmen Berlin Transport, das die Fahrer für die U 5 stellt. 500 der Mitglieder sind zum Streik aufgerufen worden. Die „Nadelstiche“ durch den Streik würden spürbar sein, kündigte Verhandlungsführer Willi Russ von der Tarifunion an.

Sie beteiligt sich zum ersten Mal an den Tarifverhandlungen bei der BVG. Vor allem die GDL hat hier großen Zulauf, nachdem sie 2007 ein vergleichsweise hohes Lohnplus von elf Prozent bei der Bahn durchsetzen konnte. Die nächste Verhandlungsrunde für die BVG ist am 18. Februar. Dann will die Arbeitgeberseite ihr Angebot vorlegen. Der Beamtenbund fordert fünf Prozent mehr, mindestens jedoch einen Betrag von 110 bis 150 Euro je Entgeltstufe. Verdi hat noch keine Forderungen bei der BVG gestellt. In den bisherigen Runden habe sich abgezeichnet, dass es eine „gute Lösung“ geben könne, heißt es auf beiden Seiten. Verdi-Verhandlungsführer Frank Bäsler rechnet damit, dass man sich noch im Februar einigt. Für einen Streik gebe es keinen Anlass.

Mit Warnstreiks in Kitas und Bezirksämtern soll am Dienstag der Druck auf den Senat erhöht werden. Zwischen 10 und 14 Uhr werden Teile der Innenstadt blockiert sein. So laufen Mitarbeiter der Stadtreinigung vom Wittenbergplatz zum Fehrbelliner Platz, wo Verdi-Bundeschef Frank Bsirske erwartet wird.

Im Vivantes-Klinikum am Urban sollen schon am Morgen die OP-Schwestern streiken, Not-OPs seien aber sichergestellt. Wie bei der BVG fallen auch die Beschäftigten des Klinikkonzerns Vivantes nicht unter den Tarif, der derzeit zwischen dem Senat und Verdi für den öffentlichen Dienst Berlins ausgehandelt wird. Vivantes gehört zum Kommunalen Arbeitgeberverband. Anders als bei den Berliner Ämtern streiten die Gewerkschaften hier nicht mit dem Senat, sondern mit dem Bund, Grundlage ist der bundesweite Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Die Verhandlungen dazu wurden gerade ausgesetzt. In vielen Städten Westdeutschlands blieben Kitas und Müllabfuhren am Montag zu. Bund und Kommunen lehnen die Forderung von fünf Prozent mehr Lohn für ihre 1,3 Millionen Angestellten ab.

Über den aktuellen Stand informiert das BVG-Callcenter unter 19 44 9.

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