Studie : Berlin und Brandenburg erwarten weniger Verkehr

Die beiden Länder haben am Mittwoch eine gemeinsame Verkehrsprognose für 2025 vorgestellt. Ergebnis: Weniger Autos, mehr Radfahrer. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für langfristige Verkehrsplanungen dienen.

BerlinBis zum Jahr 2025 erwarten die Länder Berlin und Brandenburg weniger Verkehr in der Region. Das ist das Ergebnis einer ersten gemeinsamen Verkehrsprognose beider Länder, die Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer und Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (beide SPD) am Mittwoch in Berlin vorgestellt haben. Der Rückgang ist der Prognose zufolge insbesondere auf einen zunehmenden Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung und deren generell geringere Mobilität zurückzuführen.

Die Ergebnisse zeigen jedoch Unterschiede zwischen dem Stadtgebiet Berlin und den ländlichen Teilen Brandenburgs. Für Berlin wird erwartet, dass das Verkehrsaufkommen insgesamt bis 2025 um vier Prozent zurückgeht. Die Bedeutung des Radverkehrs nimmt jedoch zu, wodurch mit leichten Rückgängen im Pkw-Verkehr gerechnet wird. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und der Fußverkehr sollen in etwa gleich bleiben. In der Innenstadt nimmt der ÖPNV eine wichtigere Rolle ein als in den äußeren Stadtbezirken, in denen weiterhin das Auto wichtigstes Transportmittel bleibt.

Steigerung des Radverkehrs durch bewusste Förderung

Im ländlichen Brandenburg soll der Personenverkehr um insgesamt zehn Prozent zurückgehen, während im unmittelbaren Umfeld von Berlin mit einem gleichbleibenden Verkehrsaufkommen gerechnet wird. Obwohl der Motorverkehr in Brandenburg generell abnimmt, bleibt er wichtigster Verkehrsträger. Der Anteil des ÖPNV soll annähernd konstant bleiben.

Die Vorhersagen enthalten die in die Zukunft projezierten politischen Zielsetzungen. "Beispielsweise würde die Prognose für das Jahr 2025 ohne die Voraussetzung einer bewussten Radverkehrsförderung keine Steigerung des Radverkehrs beschreiben", steht in der Pressemitteilung zum Thema.

Die Ergebnisse sollen als Grundlage für langfristige Verkehrsplanungen dienen und die Verflechtung beider Länder stärken, betonten die Senatorin und ihr Brandenburger Amtskollege. Für die Prognose seien auch Bauprojekte wie der neue Flughafen BBI und der Ausbau der Autobahn A100 einbezogen worden. (jz/ddp)

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