Tarifstreit : Überraschender Warnstreik an Berliner Flughäfen

Das Bodenpersonal der Berliner Flughäfen hat im Tarifstreit am Donnerstag wieder seine Arbeit eingestellt. Der überraschende Warnstreik dauerte drei Stunden.

17.06.2010: Das Bodenpersonal von Tegel und Schönefeld hat im Tarifstreit wieder seine Arbeit eingestellt. Der Warnstreik soll drei Stunden dauern.Weitere Bilder anzeigen
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27.05.2010 10:2217.06.2010: Das Bodenpersonal von Tegel und Schönefeld hat im Tarifstreit wieder seine Arbeit eingestellt. Der Warnstreik soll...

Der Tarifkonflikt um die Entlohnung des Bodenpersonals an den Berliner Flughäfen hat sich am Donnerstag weiter zugespitzt. Die Beschäftigten traten am Nachmittag in Schönefeld und Tegel kurzfristig in einen dreistündigen Warnstreik, wie ein Verdi-Sprecher mitteilte. An der Aktion hätten sich bis etwa 19.00 Uhr mehrere Hundert Beschäftigte beteiligt. Die Gewerkschaft sei damit zufrieden. Sie hoffe, dass die Arbeitgeber nun mit einem verbesserten Angebot an den Verhandlungstisch zurückkehrten.

Durch den Streik gab es leichte Beeinträchtigungen im Flugverkehr. Ein Sprecher der Flughäfen sagte, es habe Verzögerungen bei der Abfertigung der Flugzeuge geben. Die Flughäfen hätten jedoch versucht, die Auswirkungen des Streiks so gering wie möglich zu halten. Die Fluggesellschaften hätten ihr Personal aufgestockt. Auch die Durchsagen für die Passagiere seien verstärkt worden.

Hintergrund für die Aktion sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen bei den drei großen Bodenverkehrsdienstleistern auf den Berliner Flughäfen. An der befristeten Arbeitsniederlegung nahmen Beschäftigte der Firmen GlobeGround (GGB), Ground Service International (GSI) und Acciona teil. Die Aktion war im Unterschied zum ersten Warnstreik Ende Mai diesmal erst kurz vor Beginn angekündigt worden. Damit habe die Gewerkschaft auf die „massive Einschüchterung“ von Streikenden und den Einsatz von Streikbrechern reagiert, sagte der Verdi-Sprecher. Ende Mai hatten sich rund 400 Mitarbeiter beteiligt. Damals fielen 32 von rund 180 Flügen aus.

Die Arbeitgeber von GGB/GSI hätten sich seit der Verhandlungsrunde am 9. Juni „stur“ gestellt und geweigert, „trotz erheblicher Gewinne“ in den Vorjahren „ihr mageres bisheriges Angebot zu verbessern“, kritisierte Verdi-Verhandlungsführer Michael Walter. Bei GGB und deren Tochterunternehmen GSI sind insgesamt knapp 1800 Menschen tätig.

Auch bei den Verhandlungen für die rund 300 Beschäftigten der Firma Acciona gebe es keine Signale der Arbeitgeberseite, die geplanten 20-prozentigen Einkommenskürzungen zurückzunehmen und die alten Tarifverträge wieder unverändert in Kraft zu setzen, sagte der Verdi-Sprecher. Die Qualität und die Sicherheit der Flugzeugabfertigung an den Berliner Flughäfen dürften jedoch „keinem ruinösen Lohndumping geopfert werden“. Die Beschäftigten aller drei Unternehmen kämpften um gleiche und gute Arbeitsbedingungen.

Zur kurzen Vorankündigungsfrist des Warnstreiks sagte ver.di: „Wir bedauern dies, diese Taktik ist allerdings wegen des Verhaltens der Arbeitgeberseite unabdingbar.“ (ddp)

http://www.berlin-airport.de/DE/index.html

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