Taxis : Tegeltarif: Fronten in Beige

Die Fahrer auf dem Tegeler Taxiparkplatz beharken sich. Das Durcheinander um Airport-Zuschlag setzt sich fort.

Hitzig und chaotisch ging es am Montag am Flughafen Tegel zu. Ein großer Teil der Taxifahrer ist nach wie vor empört über den neuen Tegeltarif und damit einhergehende Kontrollen. Auf der Taxisammelstelle an der Auffahrt zum Terminal spielten sich deshalb am Vormittag tumultartige Szenen ab. Mehrmals setzte ein Hupkonzert ein. Um Ordner und Polizisten bildeten sich Gruppen, Mitarbeiter des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (Labo) wurden wüst beschimpft.

Heftig aneinander gerieten aber auch die Taxifahrer untereinander. Jene, die den sogenannten Transponder an Bord hatten, der seit kurzem für Zufahrt vorgeschrieben ist, hörten heftige Beleidigungen der Kollegen. „Ich halte mich nur ans neue Gesetz“, rechtfertigte sich einer, außerdem habe sein Chef den Chip angeschafft. „Das ist pure Abzocke“, schimpften die anderen. Am Terminal notierten Ordner die Nummern der Taxis, die ohne das Gerät vorfuhren.

Die Lage ist unübersichtlich, seit der neue, von der Flughafengesellschaft mit Unterstützung des Senats eingeführte Tarif am Mittwoch vorige Woche in Kraft getreten ist. Bislang kostete ein Standplatz auf der Sammelstelle für Nachrücker, über die der Taxiverkehr am Flughafen laufen soll, 72 Euro im Jahr. Nun fällt diese Gebühr weg, dafür soll jede Fahrt auf den Parkplatz 47 Cent kosten und nur mithilfe des Transponders möglich sein. Die Ordner sollen Sauberkeit der Autos, Etikette der Fahrer und die neuerdings vorgeschriebene Ausrüstung mit einem Kreditkartenlesegerät überprüfen. Mithilfe eines Aufschlags von 50 Cent pro Fahrt zahlen dafür am Ende die Fahrgäste. Dennoch wehren sich viele Taxifahrer gegen diese „Gängelung“. „Ich weigere mich, das Inkassobüro für Dritte zu spielen“, sagte ein Fahrer. Über eine Klage mehrerer Taxifahrer gegen die Neuregelung entscheidet das Verwaltungsgericht in den kommenden Tagen.

In der vorigen Woche verzichtete der Flughafen noch auf Kontrollen – auch aus Sorge vor Taximangel wegen der Modeveranstaltungen. Jetzt sollte aber durchgegriffen werde, was jedoch im Durcheinander endete. Die automatische Schranke blieb außer Betrieb, stattdessen winkten Ordner Taxen durch, während sich andernorts die Wagen stauten. Gegen Mittag entspannte sich die Lage, alle Taxis fuhren nun direkt zu den Flughafenausgängen.

Wenn Fahrer ohne Transponder den Flughafen boykottieren würden, so der Eindruck an Ort und Stelle, gäbe es wohl eine große Taxiknappheit. Dem widerspricht Flughafensprecher Eberhard Elie. Mehr als 700 Transponder seien verkauft worden. „Aber viele trauen sich aus Angst vor Repressalien nicht, diese zu benutzen.“ Der Montag sei „suboptimal verlaufen“, aber vorerst wolle der Flughafen an der Strategie festhalten.wek

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