Tegel 2012 : Nach dem letzten Flug soll die Autobahn weichen

Die Schließung des Airports Berlin-Tegel im Jahr 2012 beschäftigt auch die Reinickendorfer SPD. Sie hält ein Teilstück der A 100 es für verzichtbar - und will es abreißen.

Rainer W. During
Tegel SPD Plan
So sieht der Plan der SPD in Reinickendorf aus. -Grafik: TSP

Das Teilstück der Stadtautobahn zwischen nördlicher Flughafentunnel-Zufahrt und Kurt-Schumacher-Damm soll nach der Schließung des Flughafens Tegel 2012 abgerissen werden. Das gehört zu den ersten Ideen einer Planungsgruppe der Reinickendorfer Sozialdemokraten für die Nachnutzung des Areals.

Obwohl der Flughafentunnel häufig wegen Überlastung gesperrt werden muss, hält der Leiter der Kommission „Flughafennachnutzung“, Rainer Hampel, das Autobahn-Teilstück für verzichtbar. Eine neue Abfahrt könnte stattdessen zur nördlichen Start- und Landebahn führen, die Hampel künftig als Erschließungsstraße für das Areal nutzen und nach Osten verlängern möchte. Bei einem Stau im Tunnel soll der Verkehr dann von hier zum Kurt-Schumacher-Damm umgeleitet werden.

Südlich der Sternstraßensiedlung sollen Wohnungen gebaut werden. Zum Kurt-Schumacher-Damm gäbe es Platz für kleinere Gewerbebetriebe. Im mittleren Bereich des Airports könnten sich die Genossen mit dem Vorschlag des Architekten Meinhard von Gerkan anfreunden, im Terminal ein Zentrum der Umweltindustrie zu schaffen. Ein Gesamtkonzept hat die Kommission im Gegensatz zur CDU noch nicht vorgelegt. Eine massive Bebauung wird es „mit uns nicht geben“, sagte Hampel.

Für Wirtschaftssenator Harald Wolf ist „Tegel ein interessanter Standort für Industrie“. Moderne Industrie müsse „energieeffizient sein, das ist sowohl aus Gründen der Ökologie als auch der Wirtschaftlichkeit geboten“.

Der Wahlkreisabgeordnete und Bundestagskandidat Jörg Stroedter hatte die Bewohner der Siedlungen zwischen Flughafen und Hohenzollernkanal am Mittwochabend zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Das Interesse der Anlieger drehte sich allerdings mehr um die eigene Zukunft als um die des benachbarten Airports. Ein Großteil der Siedlungsflächen am Hohenzollernkanal ist bisher Kleingartengelände. Tatsächlich stehen hier aber viele dauerhaft genutzte Einfamilienhäuser, die teilweise „250 000 Euro und mehr“ gekostet haben, so ein Anwohner. Sie sind vom Bezirk bisher nur bis 2012 geduldet. Die SPD setze sich dafür ein, dass die Siedler parallel zur Flughafenumnutzung eine dauerhafte Bestandsgarantie erhalten, sagte Stroedter. Er gehe davon aus, dass das Bezirksamt die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans bis 2012 realisieren werde.

Auch die Nachnutzung des Airportgeländes soll den Siedlern keine Nachteile bringen, betonten die SPD-Vertreter. Im Bereich westlich der Verlängerung des Mäckeritzgrabens wollen die Sozialdemokraten die seinerzeit für den Ausbau des Flughafens gerodeten Waldflächen wieder aufforsten.

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