Tegel : Wanjura wünscht sich "Campus TXL“

Ideen für Tegel: Bezirksbürgermeisterin Wanjura hätte gerne einen Innovationspark nach Adlershofer Vorbild auf dem Areal. Auch die Industrie- und Handelskammer fordert die Berücksichtigung der Interessen von Industrie und Gewerbe bei der Tegel-Nachnutzung.

Rainer W. During

Berlin - Die Reinickendorfer Bezirksbürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) lehnt die von der SPD vorgeschlagene Wohnungsbebauung am Nordostrand des bisherigen Flughafens Tegel strikt ab. „Berlin braucht keine neuen Wohnungen, sondern Arbeits- und Ausbildungsplätze“, sagte sie dem Tagesspiegel.

Lange Zeit galt die Bürgermeisterin als Befürworterin eines Weiterbetriebs des Flughafens. Auch jetzt ist sie skeptisch, ob der Airport BBI ab Ende 2011 den gesamten Luftverkehr der Region bewältigen kann. Wenn ja, müsse das 464 Hektar große Tegeler Areal zu einem Innovationspark nach Adlershofer Vorbild werden, findet sie. Sie spricht von einem „Campus TXL“, wobei sie das bisherige Flughafenkürzel mit „Technologie mal Langfristigkeit“ übersetzt. Das Flughafengelände sei auch für die Ansiedlung von geräusch- oder geruchsintensiven Gewerben geeignet, sagt Wanjura, der für das Flughafenareal auch die Ansiedlung von Herstellern moderner Fortbewegungsmittel und Solarfirmen vorschwebt.

Wanjura warnte, man dürfe nicht „sehenden Auges 20 000 Arbeitsplätze woanders hinmarschieren lassen“. Die Überlegungen von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), das Gelände für eine eventuell erneute Olympiabewerbung Berlins oder eine Weltausstellung 2030 frei zu halten, lehnt sie ab. „Potenzielle Investoren brauchen Planungssicherheit“, sagt Wanjura. Das Nachnutzungskonzept sei keine Frage, über die Politiker allein entscheiden sollten. Hier müsse der Senat „Geld in die Hand nehmen“ und ein professionelles Planungsbüro beauftragen.

Auch die Industrie- und Handelskammer fordert die Berücksichtigung der Interessen von Industrie und Gewerbe bei der Tegel-Nachnutzung. Von 770 befragten Unternehmen in Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau hätten 15 trotz Wirtschaftskrise für die nächsten Jahre einen zusätzlichen Flächenbedarf von insgesamt 80 000 Quadratmetern genannt. Flächen, die gut für Sattelzüge erreichbar und großflächig versiegelt sind, die Lärmemissionen auch nachts zulassen oder sogar den Umgang mit Gefahrgütern erlauben, seien in Berlin knapp. Rainer W. During

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