Treffen der S-Bahn-Fans : Kaum Kritik, viele Anregungen beim Fahrgastsprechtag
27.09.2012 12:52 UhrViele Fragen, kaum Kritik.
Mit seiner Brille und dem zurückgekämmten dunklen Haar wäre Peter Buchner auch einer für den Job des Schauspielers Kai Schumann, der gerade in Berlin als Persiflage des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg vor der Kamera. Buchner spricht wie Guttenberg einen bayerisch gefärbten Akzent, aber damit haben sich die Gemeinsamkeiten auch schon. Niemand in der Bahnkantine würde den S-Bahnchef einen Hochstapler oder Dampfplauderer nennen. Buchner ist einer von ihnen. Einer, der ohne Spickzettel über die offenen Türen der Fahrzeuge 485er Reihe referiert und schlüssig erklären kann, warum auf der Linie S 8 zwischen Birkenwerder und Grünau nur im Ausnahmefall Dreiviertelzüge fahren.
Auf die anschließende Fragerunde haben sich die rund 150 Gäste gut vorbereitet. Noch während sich Buchner für den Applaus bedankt, fliegen die Arme in die Luft. Kaum Kritik, reichlich Anregungen. Könnte man die S-Bahn nicht mit Wechselstrom entlasten? Wäre nicht eine zweite Füllstandsanzeige bei den Besandungsanlagen sinnvoll? Und wollen wir nicht mal wieder eine schöne Traditionsfahrt machen? Viele beziehen sich auf ihre Fragen und Anregungen vom letzten Fahrgastsprechtag, er liegt ja auch gerade erst ein Jahr zurück.
Peter Buchner schreibt geduldig mit, er drückt sich um keine Antwort und wenn er mal keine weiß, dann bittet er um eine E-Mail-Adresse und verspricht: „Das kommt auf meine Liste.“ Um halb zehn schickt der Chef vom Fahrgastverband seine Leute nach Hause. Von den zweieinhalb Stunden in der Bahnkantine hat der S-Bahn-Geschäftsführer gut zwei Stunden ganz allein gefüllt, aber noch ist der Abend für ihn nicht zu Ende. Frauen und Männer belagern seinen Tisch, die meisten tragen Stoffbeutel und stecken Buchner ihre E-Mail-Adressen zu. Versprochen ist versprochen.














