U-Bahn : Wegweisende Werbung

Der U-Bahnhof Zinnowitzer Straße heißt bald „Naturkundemuseum“. Ein Lichtband weist den Weg zur Ausstellung.

Klaus Kurpjuweit

Noch sind es nur Werbeplakate, die im U-Bahnhof Zinnowitzer Straße der Linie U 6 in Mitte auf das nahe liegende Museum für Naturkunde hinweisen. Spätestens von Dezember an soll die Station dann selbst zum Wegweiser werden und den Namen „Museum für Naturkunde“ oder einfach nur „Naturkundemuseum“ erhalten.

Die Umbenennung wird augenfällig sein. Denn ein Lichtband soll auf einer Bahnsteigseite neugierig machen auf die Schätze im Naturkundemuseum. Auf ein von hinten beleuchtetes Glas werden Bilder besonderer Ausstellungsstücke projiziert. Das Lichtband wird sich den gesamten Bahnsteig entlangziehen – in einer Höhe von 60 bis 70 Zentimetern. Dafür musste die Werbefirma Wall darauf verzichten, auf dieser Seite die üblichen Werbeplakate anzubringen.

Man sei auf gutem Weg, Wall als Sponsor für das Museum zu gewinnen, sagte Andreas Kunkel vom Naturkundemuseum, der seit Jahren die Umbenennung des Bahnhofs vorantreibt. Noch müssten auch einige technische Details geklärt werden, und auch der Denkmalschutz müsse mit dieser modernen Variante einer Schautafel im 1923 eröffneten Bahnhof einverstanden sein.

Auch die BVG war der Idee gegenüber schnell aufgeschlossen, nur Bedenken der Stadtentwicklungsverwaltung mussten aus dem Weg geräumt werden. Das ist inzwischen gelungen. Denn nur einfach den Namen wechseln sollte der Bahnhof nicht. Bedingung war, dass es bereits in der Station einen Bezug zum Museum geben sollte. Den wird nun das Lichtband mit den Fotografien aus dem Museum herstellen. Angebracht wird es nur auf einer Seite, gegenüber könnte Wall dann weiter werben.

Eröffnet worden war die Station mit dem Namen Stettiner Bahnhof. Da dieser in der Nachbarschaft liegende Fernbahnhof nach Kriegsende geschlossen und die Ruinen abgerissen wurden, hieß er zu DDR-Zeiten Nordbahnhof – auch wenn von dort keine Fernzüge mehr abfuhren. Im Oktober 1991, als der Senat reihenweise Bahnhofsnamen mit DDR-Bezug tilgen ließ, erhielt er die Bezeichnung „Zinnowitzer Straße“. Die winzige Querstraße zur Chausseestraße ist in der Stadt weitgehend unbekannt.

In Zinnowitz auf der Insel Usedom regte sich Widerstand, als bekannt wurde, dass der Name aus dem Verzeichnis der Berliner U-Bahnhöfe verschwinden sollte. Das Museum tröstete die Zinnowitzer nun mit der Aussicht, ihnen im ersten Jahr nach der Umbenennung einen Gratisbesuch im Haus zu ermöglichen. Die Besucherstatistik allerdings stimmt schon jetzt : Am morgigen Mittwoch wird im Naturkundemuseum der einmillionste Besucher erwartet.

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