U-Bahnbau : Friedrichstraße bleibt ab 2011 monatelang dicht

Vor allem für Geschäftsleute und Hotelliers, aber auch für Autofahrer wird es ernst: Eine der prominentesten Ecken der Stadt, Friedrichstraße/Unter den Linden, wird wegen des U-Bahnbaus von April 2011 an dicht gemacht.

Radfahrer und Fußgänger werden passieren können. Voraussichtlich im September 2012 – die Bauplanung ist noch nicht bis ins Detail fertig – kann die Ecke nach Auskunft der BVG wieder befahren werden.

Rainer Boldt von der Interessengemeinschaft Friedrichstraße sieht auf die Anlieger „enorme Beeinträchtigungen und Einbußen“ zukommen, vor allem durch den lautstarken Bau von bis zu 40 Meter tiefen Schlitzwänden. Nicht nur die Ecke ist für den Fahrzeugverkehr gesperrt, auch der Abschnitt der Friedrichstraße bis zur Behrenstraße. Boldt stellte angesichts bestehender Verbindungen erneut den Sinn und das Kosten-Nutzen-Verhältnis des U-Bahnbaus für die verlängerte Linie 5 in Frage. Doch müssten sich die Anlieger wohl damit abfinden. Er sprach am Montag die Frage von Entschädigungen für Geschäftsleute an, die von dem Bau beeinträchtigt werden. BVG-Sprecher Klaus Wazlak meinte, darüber müsse noch gesprochen werden, es gebe auch noch Einwände gegen das Genehmigungsverfahren. Die Geschäftsleute würden aber letztlich von der neuen Linie zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof profitieren. Man habe ihnen versichert, dass sie für das Weihnachtsgeschäft 2012 „auf jeden Fall“ unbeeinträchtigt seien.

Für die neue Verbindung entsteht unter dem U-6-Bahnhof Französische Straße der große Kreuzungsbahnhof für die U5. Dieser Bau lässt sich nach Auskunft der BVG nur von oben bewerkstelligen; deshalb müsse im Kreuzungsbereich eine tiefe Grube ausgehoben werden. Die Interessengemeinschaft betonte, sie sei wegen ihrer Einwendungen mit der BVG und dem Land Berlin im Gespräch. Boldt ist der Ansicht, wenn sich die Baustelle schon nicht vermeiden lasse, solle sie wenigstens als „Schaustelle“ öffentliche Aufmerksamkeit erregen, um der historischen Bedeutung der Kreuzung gerecht zu werden. Er stellt sich beispielsweise durchsichtige Überwege vor. „Auch wir wollen eine Schaustelle“, versicherte die BVG. Für die Ecke Friedrichstraße/Unter den Linden arbeite das Unternehmen aber noch an den passenden Konzepten.C. v. L.

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