Umbau : Platz fürs Rad: S-Bahn baut Klappsitze aus

Die S-Bahn wird noch in diesem Jahr aus fast allen Zügen einige Sitze ausbauen, um mehr Platz für Radfahrer zu schaffen.

In allen 500 Doppelwaggons der modernsten Baureihe 481 werden nach und nach im Mehrzweckabteil auf einer Seite je sieben Klappsitze demontiert. Dafür wird vor dem Fenster eine Querstange angebracht, an die Räder gelehnt werden können. Gestern stellte die S-Bahn den Prototyp mit der endgültigen Ausführung vor. Wie berichtet, hatte die Bahn im vergangenen Jahr einige Umbauvarianten getestet. Der Umbau erfolgt im Rahmen der üblichen Instandhaltung. Die etwa 130 Viertelzüge der beiden anderen Baureihen werden nicht umgebaut.

Bislang war in den Mehrzweckabteilen der Platz fast immer von Reisenden ohne Räder oder mit Kinderwagen belegt, da auf den Längssitzen mehr Platz für die Beine ist. Durch den Ausbau der Sitze wurde dieser Konflikt nun beendet. Benno Koch, der Fahrradbeauftragte des Senats, ist von der S-Bahn-Initiative begeistert. Diese Lösung müsse nun auch in den Regionalzügen der Bahn umgesetzt werden, da auch dort die Gepäckabteile meist blockiert seien, sagte Koch.

2008 wurden nach Unternehmensangaben 18 Millionen Räder in der S-Bahn transportiert. Trotz der im Vergleich zu anderen Tickets kräftigen Preiserhöhung bei Fahrradmonatskarten sind davon im vergangenen Jahr 20 Prozent mehr verkauft worden als 2007, teilte die S-Bahn gestern mit. Im März hatte der Senat die S-Bahn für die Förderung des Radverkehrs ausgezeichnet. Dies vor allem für den – freiwilligen – Bau von sicheren Abstellanlagen an Bahnhöfen. Mittlerweile gibt es etwa 8000 Stellplätze, in diesem Jahr kommen etwa 1000 weitere hinzu, davon alleine 400 an der Schönhauser Allee. Die S-Bahn versicherte gestern, dass es auch künftig keine Sperrzeiten bei der Fahrradmitnahme geben wird, die in anderen Städten üblich sind. Ha

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