Umfangreiche Bauarbeiten : 250 Millionen Euro aufs Gleis gesetzt

Die Bahn bleibt einer der größten Investoren in der Stadt: Rund 250 Millionen Euro wird sie in diesem Jahr in ihre baulichen Anlagen stecken. Fahrgäste müssen mit Einschränkungen rechnen.

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Steigen zwischen Sandbergen. Eine der größten Bahnbaustellen in der Region ist das Ostkreuz. Die Arbeiten dauern mindestens noch bis 2016. Ostern 2012 soll der neue Ringbahnsteig in Betrieb gehen. Foto: Ilone Studré
Steigen zwischen Sandbergen. Eine der größten Bahnbaustellen in der Region ist das Ostkreuz. Die Arbeiten dauern mindestens noch...Foto: ilona Studre

Auch für das nächste Jahr rechnet der Berliner Bahnchef Ingulf Leuschel mit einer ähnlich hohen Summe. Das meiste Geld stammt aus der Bundeskasse, auch das Land gibt Zuschüsse. Die Bahn selbst finanziere etwa zehn Prozent der Ausgaben, sagte Leuschel. Das Bauen führt aber auch zu Einschränkungen im Betrieb – vor allem bei der S-Bahn.

Nach derzeitigem Stand will die Bahn vom 15. November bis zum 13. Dezember Gleisanlagen zwischen Frohnau und Waidmannslust erneuern. Zwischen beiden Bahnhöfen können Züge nur pendeln – ob alle zehn oder nur alle 20 Minuten steht noch nicht fest. Um Signale und Weichen an ein neues elektronisches Stellwerk anschließen zu können, muss zudem an Wochenenden im Oktober und November der Verkehr der S 1 zwischen Frohnau und Schönholz eingestellt werden; Fahrgäste müssen auf Busse ausweichen. Ähnliche Einschränkungen mit Pendelverkehr und Ersatzbussen folgen dann im nächsten Jahr wahrscheinlich von März bis November.

Wochenenden ohne S-Bahn-Verkehr gibt es wegen des Aufbaus eines weiteren elektronischen Stellwerks auch auf der östlichen Ringbahn der S 41 und S 42 auf abwechselnden Abschnitten zwischen den Stationen Ostkreuz und Schönhauser Allee. Los geht es Ende November, im nächsten Jahr sind 26 Wochenendsperrpausen vorgesehen. Erst ab Ostern 2012 soll hier der Betrieb wieder planmäßig laufen. Dann halten die Züge der Ringbahn am Ostkreuz an ihrem neuen Bahnsteig, der derzeit gebaut wird. Bis zum Jahresende sollen die Bahnsteigbrücken montiert sein.

Aber auch auf dem im vergangenen Jahr wochenlang vollgesperrten Abschnitt der S 25 zwischen Schönholz und Hennigsdorf müssen noch Restarbeiten an einem Stellwerk vorgenommen werden. Deshalb wird hier der Abschnitt Schönholz–Tegel an zwei Wochenenden im November/Dezember gesperrt.

Wochenenden ohne S-Bahn-Verkehr gibt es ab Oktober zudem auf den Linien S 46 und S 8 zwischen Grünau und Königs Wusterhausen, im nächsten Jahr wird zudem der Bahnhof Wildau umgebaut, was ebenfalls zu Sperrungen an Wochenenden führen wird.

An allen Wochenenden im November müssen die Fahrgäste auch auf der S 47 zwischen Schöneweide und Spindlersfeld in Busse umsteigen. Auf der S 9 zwischen Schöneweide und Flughafen Schönefeld setzen sich die seit langem üblichen Wochenendsperrungen im Oktober ebenfalls fort. Von März 2011 an soll es damit auf dieser Strecke aber vorbei sein.

Weiter geht zudem der Ausbau der Fernstrecken außerhalb der Stadt. Fertig wird bis Mai 2011 der Abschnitt Königs Wusterhausen–Lübbenau, der derzeit gesperrt ist. Ab Mai wird der Verkehr dann mehrere Wochen zwischen Berlin und Königs Wusterhausen unterbrochen. Ende 2013 soll die Strecke nach Rostock ausgebaut sein; dann verkürzt sich die Fahrzeit beim ICE um etwa 30 Minuten auf zwei Stunden. Länger dauert die Sanierung der Dresdner Bahn außerhalb der Stadt. Und für den Ausbau auf dem Stadtgebiet gibt es nach wie vor nicht einmal eine Baugenehmigung. Klaus Kurpjuweit

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