Umzugspläne : Landesbücherei will nach Tempelhof

Die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB ) will mit einem Neubau aufs einstige Tempelhofer Flugfeld ziehen. Nicht in die Mitte, möglichst an den Rand im Bereich Tempelhofer Damm, damit das Haus auch verkehrsgünstig liegt.

Christian van Lessen

Die Generaldirektorin der Stiftung, Claudia Lux, hält einen rund 270 Millionen Euro teuren Neubau für die organisatorisch bessere Lösung als Ausbauten der Standorte Breite Straße und Gedenkbibliothek. Aber entschieden ist noch nichts, Claudia Lux spricht von einem „Vorschlag, der im Senat diskutiert wird.“

Die Senatsverwaltung zitiert den Regierenden Bürgermeister: Er befürworte die Idee, die Chancen stünden gut, sie umzusetzen. Klaus Wowereit sieht aber auch eine Option, die Amerika-Gedenkbibliothek zu erweitern. Die Behörde überlege momentan, welcher Standort am Flughafenrand am günstigsten sei. „Der Tempelhofer Damm bietet sich an“. Claudia Lux meint, es sei wichtig, dass der Senat die Idee eines Neubaus überhaupt aufgegriffen hat. Das bestehende Flughafengebäude sei für Zwecke einer großen Bibliothek nicht geeignet. Der ZLB mit rund 3,3 Millionen Bänden und wachsenden Beständen fehle der Platz, seit längerem werde schon über Ausbaupläne nachgedacht. Rund 40 000 Quadratmeter stehen der ZLB zur Verfügung, insgesamt hat sie ihren Bedarf mit 67 000 Quadratmetern errechnet, wovon 4000 Quadratmeter im künftigen Humboldt-Forum, dem Schlossneubau, untergebracht werden sollen. Am Humboldt-Forum wird nicht gerüttelt, aber für das Haus an der Breiten Straße und für die Gedenkbibliothek müssten langfristig neue Nutzungen gefunden werden. Das Kreuzberger Haus soll, wie berichtet, für 2,2 Millionen Euro aus dem aktuellen Konjunkturprogamm klimatechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden.

Für einen Neubau seien auch andere Standorte diskutiert worden, aber „der Flughafen hat einen gewissen Charme“, sagt die ZLB-Chefin. An Bautermine wagt sie noch nicht zu denken. Die Bibliothek sei schon mehrmals enttäuscht worden. Der Senat hatte beispielsweise Anfang der neunziger Jahre nach einem Architektenwettbewerb die Erweiterung der damals noch eigenständigen Amerika-Gedenkbibliothek am Blücherplatz angekündigt. Das Projekt platzte im letzten Moment. „Ich freue mich erst, wenn der erste Spatenstich getan ist“.

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