Verbindungsgang : Kein Licht im Tunnel am Bahnhof Friedrichstraße

Der neue Verbindungsgang zwischen S- und U-Bahn im Bahnhof Friedrichstraße bleibt weiter geschlossen.

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Es war einmal, da gab es im Bahnhof Friedrichstraße einen kurzen Umsteigeweg zwischen den Bahnsteigen der S- und U-Bahn. Für den Bau des Bürokomplexes auf dem Spreedreieck wurde der Tunnel 2006 nach heftigem Widerstand geschlossen und abgerissen. Inzwischen ist eine neue Röhre gebaut – und bleibt geschlossen. Behördenwirrwarr zwingt Umsteiger weiter zu langen Umwegen auch über schmale Treppen, die häufig überfüllt sind.

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) habe die neue Anlage wegen Mängeln noch nicht abgenommen, sagt der Sprecher der Stadtentwicklungsverwaltung, Mathias Gille. Nähere Angaben wollte er nicht machen. „Wir sind gar nicht zuständig“, entgegnete Moritz Huckebrink vom Eisenbahn-Bundesamt in Bonn. Der neue Tunnel sei nicht genehmigungspflichtig.

Nach Tagesspiegel-Informationen hat es während des Neubaus der Verbindungsröhre gegenüber der ursprünglichen Planung Änderungen gegeben, für die jetzt niemand einstehen will. Der neue Tunnel soll so nicht vorschriftsmäßig gebaut worden sein. Bauherr war der Investor des Bürogebäudes, Harm Müller-Spreer. Von dort war am Wochenende keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Bauherr wollte den in den 30er Jahren mit dem Bau der Nord-Süd-S-Bahn geschaffenen Verbindungstunnel an den nördlichen Enden der Bahnsteige von S- und U-Bahn zunächst ersatzlos abreißen. Dann setzte die Stadtentwicklungsverwaltung aber doch einen Neubau durch. Ein Termin zur Wiedereröffnung war nicht vorgegeben worden. Beim Schließen des alten Bauwerks vor vier Jahren war man in der Verwaltung davon ausgegangen, dass Abriss und Neubau nur einige Monate erfordern würden.

Der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Igeb, Christfried Tschepe, forderte den Investor auf, die Mängel im neuen Tunnel schnellstens zu beseitigen, um den Fahrgästen umgehend wieder einen kurzen Umsteigeweg anbieten zu können.

Vor allem bei der U-Bahn sind die Treppenanlagen am südlichen Ausgang sehr eng, so dass es dort häufig rappelvoll ist. Umsteiger, die diesen Weg nehmen, verstärken den Effekt.

Zu Mauerzeiten hatte der Verbindungsgang es den Fahrgästen aus dem Westen ermöglicht, ohne Kontrollen zwischen der West-S-Bahn und der U-Bahn der BVG zu wechseln. Für Ost-Berliner war der Tunnel dagegen verschlossen. Wie jetzt für alle. Klaus Kurpjuweit

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