Verkehr : U-Bahn legt sonntags einen Takt zu

Sieben Linien sollen ab diesem Wochenende auch an Feiertagen alle fünf Minuten fahren. Die BVG begründet den Fahrplanwechsel mit dem veränderten Freizeitverhalten der Berliner. Zum Ausgleich wird anderswo gespart.

Markus Langenstrass

Viele U-Bahnen sollen ab diesem Wochenende sonntags und an Feiertagen im Fünf-Minuten-Takt fahren. Das ist eine der Neuerungen des Fahrplanwechsels am 1. Mai. Der Fahrplanwechsel gilt bei der U1, U6 und U7 auf der gesamten Linie, bei der U2 zwischen Pankow und Theodor-Heuss-Platz, bei der U5 zwischen Alexanderplatz und Kaulsdorf-Nord sowie bei der U8 zwischen Hermannstraße und Osloer Straße. Auf der Strecke der U9 beginnt der Fünf-Minuten-Takt vom 1. Mai an ebenfalls um 12.30 Uhr. „Das Freizeitverhalten der Berliner hat sich verändert“, sagte BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta am Donnerstag. Manche Bahnen seien mit den sonntäglichen zehn Minuten Wartezeit „stark gefüllt“ gewesen. Darauf wolle die BVG jetzt reagieren, sieben der zehn Linien werden zwischen 12.30 und 19 Uhr mit fünf Minuten Abstand fahren. Insgesamt zwölf neue U-Bahn-Fahrer habe die BVG extra für den Sonntagsservice ausgebildet. „Natürlich kostet das Geld. Und ich habe immer betont, dass die BVG nichts zu verschenken hat“, sagte Nikutta.

Warum man bei den Verkehrsbetrieben trotzdem davon ausgeht, dass keine Mehrkosten anfallen werden, hat zwei Gründe: Die Hoffnung auf zusätzliche Fahrgäste, die das Auto stehen lassen und für den Sonntagsausflug auf die Bahn umsteigen könnten. Und ein Bündel Sparmaßnahmen: Um den neuen Service zu finanzieren, kürzt die BVG bei anderen Linien – und zwar auch an Werktagen: Statt um etwa 4.30 Uhr beginnt der Betrieb beispielsweise auf der Buslinie 122 zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Gotthard-/Teichstraße erst um 5.30 Uhr.

Ebenfalls eine Stunde später startet die Linie 221 (Bernhausener Ring–Wilhelmsruher Damm/Treuenbrietzener Straße). Bei der Buslinie 161 zwischen Erkner und Lutherstraße sind es sogar eineinhalb Stunden. Sonntags müssen Fahrgäste der Metrobuslinien M 21 (Uhlandstraße nach S/U Jungfernheide) oder M 48 ( Zehlendorfer Busseallee zum Alexanderplatz) zwischen 5.30 und 7 Uhr eine halbe Stunde anstatt bisher 15 Minuten auf den Bus warten. „Aus unseren Beobachtungen wissen wir recht genau, was von Berlinern und Touristen nachgefragt wird“, sagt Nikutta, die seit Oktober Chefin der Verkehrbetriebe ist. Die Menschen ansprechen will sie mit einer frecheren Werbung und „einem punktgenauen Angebot“. Und während die BVG sich sogar ein kleines Plus vom Sonntagsgeschäft erhofft, müssen sich Frühaufsteher nach Alternativen umsehen.

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