Verkehrsbetriebe : Zeitung: BVG droht Forderung von 80 Millionen Euro

BerlinEin riskantes Finanzgeschäft könnte die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) teuer zu stehen kommen. Wirtschaftsprüfer gingen derzeit davon aus, dass das Unternehmen unter Umständen mit rund 80 Millionen Euro haften müsse, berichtete die «Berliner Zeitung» (Dienstagausgabe). Hintergrund sei die Finanzkrise in den USA, die dazu geführt habe, dass an diesem Deal beteiligte Unternehmen zahlungsunfähig geworden seien.

Es sei nur noch eine «Frage der Zeit», wann die Forderung geltend gemacht werde, sagte BVG-Vorstandschef Andreas Sturmowski dem Blatt. Er kündigte eine Klage gegen den Investor an, der das Unternehmen 2007 unzureichend beraten habe. Der US-Investor hatte empfohlen, sogenannte Cross-Border-Leasing-Verträge neu zu strukturieren. Dabei habe die BVG Kreditrisiken für 150 Unternehmen und Wertpapiere übernommen, die aus heutiger Sicht als «Schrottpapiere» gelten.

«Damals wurde uns gesagt, dass wir erst dann finanziell haften, wenn alle 150 Unternehmen zahlungsunfähig werden», hieß es bei der BVG. 2008 fanden Wirtschaftsprüfer heraus, dass sie bereits dann finanziell geradestehen müsse, wenn nur 5 bis 15 Unternehmen ausfallen. Aus internen Unterlagen gehe nun hervor, dass allein bis Anfang Dezember sieben Unternehmen aus dem «Kreditportfolio» ausgefallen seien.

Im Dezember hatte der BVG-Aufsichtsrat deshalb laut Zeitung entschieden, vorsorglich eine Rückstellung von 156,3 Millionen Euro vorzusehen. Intern halte man es bei der BVG derzeit für sehr wahrscheinlich, dass 2009 mindestens die Hälfte des Betrages eingefordert wird. (jm/ddp)

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