Verkehrschaos : BVG kommt S-Bahn zu Hilfe

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben beschlossen, die S-Bahn zu unterstützen und weitgehend auf ihren Ferienfahrplan mit weniger Fahrten zu verzichten. Alle BVG-Busse werden aus ihren Depots geholt und kommen zum Einsatz. Damit sollen die zahlreichen Ausfälle der S-Bahn in den kommenden Wochen zumindest ansatzweise kompensiert werden.

BerlinDie BVG hilft aus, teilte Verkehrssenatorin Ingeborg Junge- Reyer (SPD) am Freitag nach einem Krisentreffen mit Spitzenvertretern des öffentlichen Nahverkehrs in der Hauptstadt mit. Danach wird die BVG alle verfügbaren Busse aus ihren Depots holen und damit die X- und M-Linien verstärken, die wegen die S-Bahnausfälle besonders gefragt sind. Auch bei der U-Bahn werde die BVG alles auf die Schienen schicken, was möglich sei, hieß es. Die Tramlinien würden verstärkt.

Nach Angaben Junge-Reyers wird die S-Bahn Berlin GmbH die zusätzlichen Verkehrsleistungen direkt bei der BVG und anderen Verkehrsunternehmen bestellen. Überdies werde der Bahnkonzern seiner S-Bahntochter mit eigenen Bussen aushelfen. Außerdem würden die Prignitzer Eisenbahn und die Niederbarnimer Eisenbahn der S-Bahn zur Hilfe kommen. Die Kosten für die Bestellung dieser zusätzlichen Verkehrsleistungen sollen mit den einbehaltenen Geldern aus dem S- Bahnvertrag verrechnet werden.

Grund für die Aushilfe der BVG bei der S-Bahn ist der Umstand, dass nach dem Chaos der vergangenen Wochen der S-Bahn-Verkehr in der Berliner Innenstadt fast komplett eingestellt werden wird. Zwischen der West- City am Zoologischen Garten und dem Ostbahnhof fahren ab Montag für zweieinhalb Wochen keine S-Bahn-Züge mehr, kündigte DB-Vorstand Ulrich Homburg am Donnerstagnachmittag an. Berliner und Touristen werden sich noch bis zum Winter auf Einschränkungen einstellen müssen.

Im Nord-Süd-Tunnel wird der Verkehr weiter eingeschränkt, und auf den Strecken zwischen Olympiastadion und Spandau, Westkreuz und Nikolassee, Mühlenbeck-Mönchmühle und Blankenburg, Springpfuhl und Wartenberg, Strausberg und Strausberg Nord sowie Adlershof und Flughafen Schönefeld fahren keine Bahnen mehr. Damit ist Schönefeld nicht mehr mit der S-Bahn zu erreichen. Als Ersatz fahren Busse.

Anlass für diese Einschränkungen war ein Beschluss des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA), nach dem der S-Bahn nur noch rund ein Drittel der Fahrzeugflotte zur Verfügung steht. (sba/dpa/ddp)

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