Verkehrspolitik : Doch ohne Blitz durch Britz – die Messgeräte sind zu teuer

Im Britzer Autobahntunnel wird es nicht blitzen. Die von der Stadtentwicklungsverwaltung vorgesehenen neuartigen Tempomessgeräte, deren Infrarotblitze fürs Auge nicht zu erkennen sind, werden nicht eingebaut.

Klaus Kurpjuweit

Britz -  Die vier geplanten Geräte in der 1,7 Kilometer langen Doppelröhre hätten rund 400.000 Euro gekostet. Den Einbau hatte die Stadtentwicklungsverwaltung bereits im Herbst 2007 angekündigt. Doch der damalige Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hatte nicht mitgemacht: „Zu teuer“, beschied er. Auch sein parteiloser Nachfolger Ulrich Nußbaum ist dagegen.

Die Stadtentwicklungsverwaltung wollte mit den neu auf den Markt gekommenen „schwarzen Blitzen“ gegen die Raserei im Tunnel vorgehen. Als Höchstgeschwindigkeit ist dort – wie auf dem Stadtring üblich – Tempo 80 zugelassen. An diesem Unfallschwerpunkt, hieß es 2007, seien die meisten Unfälle auf zu hohes Tempo zurückzuführen. Auch der Bund wollte die Geräte aber nicht finanzieren: Er bezahlt zwar den Bau von Autobahnen und anschließend deren Unterhaltung, für die Kontrolle des Verkehrs seien aber die Bundesländer zuständig.

Herkömmliche Radargeräte will die Stadtentwicklungsverwaltung im Tunnel nicht einbauen lassen. Sie könnten Autofahrer in den relativ dunklen Röhren erschrecken und blenden. Kontrollfrei ist der Tunnel auch ohne die Kameras nicht: Temposünder kann die Polizei auch weiter durch Messungen beim Hinterherfahren verfolgen. 

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