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Warnstreik in Berlin : Flüge gestrichen, Flüge verspätet

Wegen eines Warnstreiks, der am frühen Donnerstagmorgen begonnen hat und am Vormittag beendet war, wurden an Berlins Flughäfen 32 Flüge gestrichen. Reisende müssen noch bis zum Abend mit einzelnen Flugausfällen und Verspätungen rechnen.

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Auf den Berliner Flughäfen hat bereits Ende Mai das Bodenpersonal für bessere Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag gestreikt. Mitarbeiter demonstrieren hier vor dem Terminal in Tegel.
Auf den Berliner Flughäfen hat bereits Ende Mai das Bodenpersonal für bessere Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag gestreikt....Foto: ddp

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Mitarbeiter der beiden einzigen in Tegel und Schönefeld tätigen Flugzeugabfertigungsfirmen von vier bis zehn Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Der Streik begann pünktlich und war um 10 Uhr beendet. In Schönefeld wurden am Morgen insgesamt 20 Flüge gestrichen, unter anderem nach Rom, Brüssel, Mailand, Barcelona, Paris, Madrid, Venedig und London-Gatwick. Easy Jet strich alle Flüge bis neun Uhr, um Verspätungen im weiteren Flugplan des Tages zu vermeiden. Tegel, wo zwischen sechs und zehn Uhr 75 Starts und 59 Landungen vorgesehen waren, war weniger stark betroffen. Hier wurden 12 Flüge gestrichen Nach Berichten von Passagieren kam es nicht zu größeren Behinderungen.

Am Nachmittag nur einzelne Flugausfälle und Verspätungen

Am Nachmittag ist nach Angaben von Flughafensprecher Ralf Kunkel nur noch mit einzelnen Flugausfällen und Verspätungen zu rechnen. In Tegel fallen der 14 Uhr-Flug nach Ulaanbaatar, 15.30 Uhr-Flug nach Mannheim und der 16.10 Uhr-Flug nach Düsseldorf aus. In Schönefeld kommt es zu einzelnen Verspätungen. „Die Folgen des Streiks fallen weit milder aus als befürchtet“, sagte Ralf Kunkel. „Die akribische Vorbereitung und die gute Zusammenarbeit zwischen Airlines, Bodenverkehrsdiensten und Berliner Flughäfen im Vorfeld hat sich ausgezahlt.“

Verdi zeigte sich am Vormittag dennoch zufrieden mit dem Verlauf des Streiks. Nach Angaben des Verdi-Sprechers für Berlin-Brandenburg, Andreas Splanemann, haben sich in Schönefeld und Tegel etwa 75 bis 80 Prozent der Mitarbeiter an den Streiks beteiligt. Allerdings konnten die beiden betroffenen Unternehmen Globe-Ground Berlin und Acciona Ersatzpersonal organisieren, auch kamen einige Mitarbeiter aus dem Urlaub nach Angaben des Unternehmens freiwillig zur Arbeit. Am Flughafen Tegel demonstrierten rund 150 Streikende.

Mitarbeiter streiten für Tarifvertrag und gegen Gehaltssenkungen

Die Mitarbeiter von Globe-Ground Berlin und Acciona be- und entladen die Flugzeuge, fahren Schlepp- und Versorgungsfahrzeuge, bewegen Fluggastbrücken und Passagiertreppen. Globe-Ground ist auch in der Passagierabfertigung tätig. Verdi fordert, dass die rund 400 Mitarbeiter von Globe-Ground Berlin in das Tarifsystem der Muttergesellschaft Globe Ground International aufgenommen werden. Viele der Mitarbeiter seien Hartz-IV-Aufstocker, sagte Splanemann. Bei Acciona wiederum hat das Unternehmen die geltenden Tarifverträge laut Verdi fristgemäß gekündigt und will die Gehälter nun um 20 Prozent absenken. Die Gewerkschaft fordert mindestens den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen als Gegenleistung.

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