Wartungsstau : BVG-Busse sollen wieder pünktlich fahren

Der Reparaturstau in den Werkstätten wurde abgebaut. Insider erwarten aber weiterhin Ausfälle bei den Fahrten.

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BerlinVom heutigen Montag an, mit dem Beginn des Unterrichts nach den Osterferien, soll bei der BVG vieles besser werden. Dann endet nicht nur der Ferienfahrplan mit seinen Angebotseinschränkungen. Auch bei den Bussen sollen sich die Fahrgäste wieder auf den Fahrplan verlassen können; die hohe Ausfallrate der vergangenen Tage soll ein Ende haben. Insider bezweifeln dies allerdings. Grundlegende Probleme seien weiter nicht behoben, heißt es im Betrieb.

Nach Angaben von BVG-Sprecherin Petra Reetz ist in den Ferien der Wartungsstau bei den Bussen abgebaut worden, der, wie berichtet, zu vielen Ausfällen geführt hatte. Vor allem beim Tausch von Achsen bei den Doppeldeckern war der Hersteller MAN nicht nachgekommen. Die Achsen müssen nach spätestens 250 000 absolvierten Kilometern getauscht werden, weil dann die Gefahr besteht, dass sie brechen. Hier habe man inzwischen eine Lösung gefunden, sagte Reetz. Erhöhten Reparaturaufwand habe es zudem durch den langen Winter gegeben. Aber auch hier sei man mit den Arbeiten nun wieder im Plan.

Insider weisen allerdings darauf hin, dass auch die BVG – wie die S-Bahn – in den Werkstätten gespart habe. Dort gebe es inzwischen erheblich weniger Mitarbeiter als noch vor Jahren. Zudem müssten als Fahrer ausgebildete Mitarbeiter häufig im Fahrdienst aushelfen, weil auch dort Personal fehle. Erschwerend komme hinzu, dass die Arbeit in den Nachtstunden, in denen die Busse abgestellt sind, reduziert worden sei, um Kosten für Nachtzuschläge an die Mitarbeiter zu sparen. Tagsüber sind die meisten Busse aber unterwegs und können nicht gewartet werden. Auch deshalb gebe es verstärkt unterwegs Ausfälle – wie etwa in der vergangenen Woche an der Abfahrtshaltestelle der Linie M 41 (Hauptbahnhof–Sonnenallee) am Hauptbahnhof.

Zwei Mal hintereinander verließen dort eingetroffene Busse die Haltestelle als „Betriebsfahrt“ und fuhren in die Werkstatt. In einem Fall wegen eines Getriebeschadens an einem älteren Fahrzeug; beim folgenden neueren Bus habe der Bordcomputer einen Fehler in der Ölversorgung angezeigt, teilte die BVG mit. Dass hintereinander auf einer Linie zwei Busse ausgefallen sind, sei aber eine absolute Ausnahme, sagte Reetz.

Wenn Busse – oder Straßenbahnen – alle fünf oder zehn Minuten fahren sollen, können Fahrgäste an den Haltestellen nur selten erkennen, ob sich die Fahrer verspätet haben oder ob die Fahrten ausgefallen sind, weil die Fahrzeuge dann oft trotzdem in dichtem Abstand kommen. Allerdings mussten Fahrgäste bei der M 29 (Grunewald, Roseneck–Hermannplatz), auf der abschnittsweise sogar ein Fünf-Minuten-Abstand vorgesehen ist, in den vergangenen Wochen bis zu 20 Minuten auf einen Bus warten. Fällt jedoch ein Fahrzeug aus, das planmäßig nur alle 20 Minuten fahren soll, wird die Lücke im Fahrplan so groß, dass sie kaum auf eine Verspätung zurückzuführen sein dürfte.

Ein Problem kann die BVG aber nicht allein lösen: Die Qualität bei Neufahrzeugen habe erheblich abgenommen, klagen Manager. Die Folge sei ein erhöhter Reparaturaufwand.

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