Wegbegleiter : Vorsicht an der Bahnsteigkante

DER CHEF

Rüdiger Grube

ist als Lenker des Bahnkonzerns auch oberster S-Bahner. In den Betrieb mischt er sich kaum ein; Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg kümmert sich um das Tochterunternehmen. Ab und zu trifft Grube sich aber mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Und nach mehreren Absagen wird er am 10. Januar auch als Gast im Verkehrsausschuss des Parlaments erwartet. S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner darf dagegen kaum eigenständig handeln; fast jede Entscheidung muss vom Konzern genehmigt werden.

DIE GESTRESSTEN

Vor der Krise nutzten werktags bis zu 1,3 Millionen Fahrgäste die S-Bahnen. Im Jahr 2008 zählte man insgesamt 388 Millionen Fahrgäste, im ersten Krisenjahr 2009 waren es nur noch 371 Millionen. Neuere Zahlen gibt es derzeit nicht. Die aktuelle Krise dürfte aber kaum zum Anstieg der Kundenzahlen führen.

DIE KONKURRENZ

Den größten Teil des Nahverkehrs in der Hauptstadt wickelt die BVG ab. 925 Millionen Kunden fuhren 2009 mit den Bahnen und Bussen der BVG. Während die S-Bahn vor der Krise einen Bilanzgewinn ausgewiesen hat, enden die Geschäftsjahre bei der BVG regelmäßig mit einem Verlust. 66 Millionen Euro waren es 2009; 2008 waren es sogar 246 Millionen Euro. Und auch die BVG hat Probleme. Busse brennen bei ihr häufiger als bei anderen Verkehrsbetrieben, und selbst bei neuen Fahrzeugen müssen Achsen vorzeitig ausgetauscht werden, weil sie – wie bei der S-Bahn – bruchgefährdet sind. Seit Monaten fallen deshalb Fahrten im Busnetz aus.

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