Zukunftspläne : Alliiertenmuseum will in den Flughafen Tempelhof

Direktor Helmut Trotnow will unbedingt mit seinem Alliiertenmuseums an den authentischen Ort ziehen. Während die Berliner Kulturverwaltung den Plan unterstützt, wehrt sich die CDU.

Matthias Oloew
Alliiertenmuseum
Kohle für Berlin. Diese Maschine der Royal-Air-Force ist im Aliiertenmuseum zu sehen. -Foto: ZB

Zwei Tage nach dem Volksentscheid zum Flughafen Tempelhof hat Helmut Trotnow seinen Umzugswillen bekräftigt. Der Direktor des Alliiertenmuseums sagt: „Unser bisheriger Standort ist zu klein und durch den Umzug wäre gewährleistet, dass am authentischen Ort die Erinnerung an die Luftbrücke gewahrt bleibt.“ Seit zehn Jahren residiert das Museum an der Zehlendorfer Clayallee, am Standort des ehemaligen Hauptquartiers der US-Streitkräfte. Einen Umzug in den Flughafen Tempelhof diskutieren die Museumsgremien schon seit zwei Jahren.

Das Museum, getragen von Bund, Land, den ehemaligen Westalliierten, dem Deutschen Historischen Museum und dem Institut für Zeitgeschichte aus München finanziert sich allein aus Zuschüssen des Bundes. Ein Neubau einer Halle, in der militärgeschichtliche Objekte ausgestellt werden sollten, die die Geschichte des Kalten Krieges in Berlin dokumentieren, scheiterte vor einigen Jahren nicht am Geld sondern einer Baugenehmigung seitens des Bezirksamtes. In Tempelhof wäre dafür ausreichend Platz. „Aber auch dort wären größere Umbauten notwendig“, sagt Trotnow.

Wowereit will ein würdiges Andenken

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hatte gestern erklärt, die Emotionen der Berliner bezüglich des Flughafens Tempelhof ernst zu nehmen und für ein würdiges Andenken an die Luftbrücke sorgen zu wollen. Vorschläge machte er allerdings nicht. Der Sprecher der Wowereit unterstehenden Kulturverwaltung, Torsten Wöhlert, erklärt: „Ein Umzug des Museums können wir uns sehr gut vorstellen.“ Der Museumsstandort müsse sich jedoch in das von der Stadtentwicklungsverwaltung vorzustellende Gesamtkonzept für den Flughafen einfügen.

Der Umzug mache, so Wöhlert, aber auch deshalb Sinn, weil ein Großteil der militärgeschichtlichen Objekte, für die in Zehlendorf der Platz fehle, bereits im Tempelhof eingelagert sind. Der kulturpolitische Sprecher der CDU, Michael Braun, lehnt einen Umzug jedoch ab: „Wir wollen in Tempelhof kein Alliierten-Gedenken, sondern an die Luftbrücke erinnern.“ Das Museum müsse in Zehlendorf bleiben.

Noch mangelt es also an einer Lobby für die Idee. Doch nicht nur das: Bisher kann sich der Senat nicht dazu durchringen, in Tempelhof an das 60-Jahre-Jubiläum der Luftbrücke im Sommer zu erinnern.

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