Zum neuen Flughafen : Ausbau der Dresdner Bahn kommt in Fahrt

Der Ausbau der Dresdner Bahn vom Bahnhof Südkreuz bis Blankenfelde mit Abzweig zum künftigen Flughafen BBI nimmt wieder Fahrt auf. Geänderte Pläne für ersten Abschnitt liegen aus, die Trasse durch Lichtenrade bleibt umstritten.

Klaus Kurpjuweit
307946_0_2a596838.jpg

Nach Jahren auf dem Abstellgleis nimmt der Ausbau der Dresdner Bahn vom Bahnhof Südkreuz bis Blankenfelde mit ihrem Abzweig zum künftigen Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld wieder Fahrt auf. Vom 9. November bis 8. Dezember liegen die vielfach geänderten Pläne für den ersten Bauabschnitt öffentlich aus. Wann der besonders umstrittene Bereich durch Lichtenrade folgen wird, ist weiter ungewiss. Der Flughafen-Express, der über diese Verbindung den Hauptbahnhof mit BBI verbinden soll, kann nach derzeitigem Stand nicht vor 2015/16 hier fahren.

Der Ausbau der Dresdner Bahn, die neben den Gleisen für die S-Bahn zwei weitere Gleise für den Fern- und Regionalverkehr erhalten soll, gehört zu den längsten Planungsverfahren der Bahn bisher. Seit 1997 wird daran herumgedoktert. Zum ersten Mal lagen die Pläne 1997/98 aus – wie jetzt für den Abschnitt vom S-Bahnhof Attilastraße bis zum S-Bahnhof Schichauweg. Erste Brückenbauten sind bereits mit dem Ausbau der Anhalter Bahn am Priesterweg entstanden.

Der Protest von Anwohnern gegen die Pläne, die neuen Gleise ebenerdig durch Lichtenrade zu bauen, stoppten dann das weitere Verfahren. Die Forderung, für den Fern- und Regionalverkehr einen Tunnel zu bauen, wurde vom Senat unterstützt, der deshalb mehrere Jahre lang die Pläne der Bahn nicht bearbeitete.

Weil inzwischen nach mehreren Gerichtsverfahren in anderen Fällen, wie zuletzt am Ostkreuz, die Rechtsprechung etwa zum Lärm- und Erschütterungsschutz geändert wurde, mussten die Pläne mehrfach angepasst werden. Alle Änderungen sind jetzt zusammengefasst worden, weshalb die Pläne nun erneut ausgelegt werden.

Verändert haben sich unter anderem die Anlagen der Lärmschutzwände. Jetzt gibt es auch zwischen den S-Bahn- und Fernbahngleisen schützende Bauten. Zudem liegen die beiden Bahnsteige für den optional vorgesehenen Haltepunkt Buckower Chaussee nun dort unter der neuen Straßenüberführung. Auch der Fußgängertunnel am Schichauweg wird schmaler. Insgesamt waren die Pläne im ersten Anlauf weniger umstritten als nun für den zweiten Abschnitt.

Die Ende 1997 gegründete Bürgerinitiative Lichtenrade-Dresdner Bahn fordert, die Strecke bereits vom Schichauweg aus in einen Tunnel zu legen. Nur so könne man verhindern, dass Lichtenrade durch meterhohe Lärmschutzwände entlang der Trasse zerschnitten werde. Zudem würden die Anwohner besser vor Lärm geschützt. Die Bahn scheut hier aber die Mehrkosten für den Tunnelbau. Nach derzeitigem Stand werden diese Pläne nicht nochmals ausgelegt.

Bleibt sie dabei, will die Initiative gegen die Pläne klagen, was den Bau der Strecke weiter verzögern würde.

Die Pläne des ersten Abschnitts liegen vom 9. November bis zum 8. Dezember dieses Jahres im Rathaus Schöneberg am John-F.-Kennedy-Platz sowie im Rathaus Zehlendorf an der Kirchstraße 1–3 aus.

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben