Verkehrsbehinderungen : Kältewelle steht noch bevor

Berlin und Brandenburg steht die bisher kälteste Nacht bevor. Dabei hatten die Autofahrer bereits am Montagmorgen mit Schnee und Glätte zu kämpfen. Nicht alle erfassen den Ernst der Lage: Spaßvögel haben einen 2,30 Meter großen Schneemann in Wandlitz auf die Straße gestellt und einen Unfall verursacht.

Janina Guthke
Schnee
Die Berliner Stadtreinigung ist seit den frühen Morgenstunden mit über 400 Fahrzeugen im Einsatz. -Foto: dpa

Berlin/Potsdam/WandlitzDie Stadt ist in Schnee getaucht. Was die einen wunderschön finden, bedeutet für die anderen den puren Stress. Autofahrer und Fußgänger kämpfen sich über glatte und verschneite Straßen. Gegenüber Tagesspiegel.de bestätigte die Berliner Verkehrszentrale eine allgemeine Glättewarnung, die zunächst bis 17 Uhr gelten soll. Im gesamten Stadtgebiet bestehe Staugefahr und es muss mit einem dichten Verkehrsaufkommen gerechnet werden. Stau gibt es derzeit unter anderem auf der A 100, am Hohenzollerndamm und auf der Leipziger Straße. Autofahrer sollten insgesamt mehr Zeit für ihren Weg zur Arbeit einplanen.

Seit den Nachtstunden sind die Mitarbeiter der Stadtreinigung unterwegs, um die Straßen sicher zu machen. Auf den Hauptverkehrsstraßen sei die Lage unproblematisch, erklärte BSR-Pressesprecher Bernd Müller gegenüber Tagesspiegel.de. Nach mehreren Wintereinsätzen und längeren Arbeitszeiten am Wochenende sind am Montag seit drei Uhr morgens rund 400 Fahrzeuge im Einsatz. Wohn- und Nebenstraßen seien jedoch nicht geräumt, Fußwege seien Angelegenheit der Grundstücksbesitzer, betonte Müller.

Nicht alle nehmen das Wetter ernst

Am Montagvormittag ist eine 86 Jahre alte Fußgängerin in Berlin-Mitte schwer verletzt worden. Die Seniorin wurde beim Überqueren der Französischen Straße vom Auto eines 30-Jährigen erfasst. Trotz einer Gefahrenbremsung und eines Ausweichmanövers konnte der Fahrer den Zusammenstoß auf winterglatter Fahrbahn nicht verhindern. Die 86-Jährige kam mit einem Unterschenkelbruch zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.

Nicht alle nehmen das Wetter ernst. Unbekannte Spaßvögel haben in der Nacht zu Montag eine 2,30 Meter großen Schneemann auf die Fahrbahn der Bundesstraße 109 bei Wandlitz gestellt. Es werde wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt, teilte die Polizei mit. Ein Lastwagenfahrer habe dem Schneemann ausweichen müssen und sei dabei von der Straße abgekommen, aber unverletzt geblieben. Die Kriminalpolizei bittet um Mithilfe bei der Aufklärung der Tat. Hinweise nimmt die Polizei Bernau unter der Telefonnummer 03338/3610 entgegen.

"Vorsichtig fahren" heißt die Devise

Insgesamt heißt es für die Autofahrer "vorsichtig fahren". Auf der A 10 hat es am Morgen mehrere Unfälle gegeben und es muss mit Stau gerechnet werden. Unter anderem ist ein Lastwagen zwischen dem Dreieck Nuthetal und der Ausfahrt Ludwigsfelde-West umgekippt. Der Unfall sei vermutlich auf die glatte Fahrbahn zurückzuführen, wie die Polizei in Potsdam mitteilte.

In Brandenburg hat es bis zum Mittag mehr als 180 witterungsbedingte Verkehrunfälle gegeben. Dabei wurden mindestens 19 Menschen verletzt. Bereits am Morgen hatte die Polizei 100 Unfälle registriert.  Wegen eines Unfalls musste die A 24 bei Neuruppin zeitweise komplett gesperrt werden. Ein Lastwagenfahrer verlor gegen 4:30 Uhr die Kontrolle über sein Fahrzeug und durchbrach die Leitplanke auf den Mittelstreifen. Auch auf anderen Autobahnen kam es zu Staus und Behinderungen.

Die kälteste Nacht dieses Winters steht bevor

Unterdessen steht den Berlinern und Brandenburgern mit Tiefswerten von bis zu minus 20 Grad Celsius die bisher kälteste Nacht dieses Winters bevor. In Brandenburg bedecke eine Schneedecke von bis zu 18 Zentimetern die gesamte Region, so der Wetterdienst MeteoGroup Deutschland. Am Dienstag werden bis zu minus neun Grad erwartet, der Mittwoch wird den Angaben von Meterologen zufolge mit erneuten Schneefällen und Straßenglätte für Verkehrsbehinderungen sorgen. Erst ab Freitag soll mildere Nordseeluft für "wärmere" Temperaturen um den Gefrierpunkt sorgen.
(mit ddp/dpa)

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