Verkehrslenkung : Rot-Gelb-Aus: Computer für Ampeln kaputt

Durch einen Ausfall des Zentralrechners bei der Verkehrslenkung fielen am Donnerstagmorgen zahlreiche Ampeln aus.

Manche Autofahrer haben sich am Donnerstagmorgen gleich mehrfach gewundert: Erst standen sie trotz Ferienzeit im Stau, und dann wurden sie auch noch übers Autoradio aufgerufen, der Polizei ausgefallene Ampeln zu melden. Hinter diesen Überraschungen steckte ein Problem, das selbst die Beteiligten nicht wirklich erklären konnten.

Nachdem am Mittwochabend der zentrale Server bei der Verkehrslenkung Berlin (VLB) abgestürzt war, ging der direkte Draht zu den Ampeln verloren. Nach Auskunft der Verkehrsverwaltung melden die Ampeln über ein Netz von 23 Rechnern an die Zentrale, ob sie funktionieren. Diese Selbstdiagnose war lahmgelegt, und „etwa fünf Prozent der Ampeln könnten beeinträchtigt sein“, hieß es. Das wären immerhin rund 40 Anlagen. Bekannt wurden vor allem Probleme aus Spandau und Wedding. Ein Insider berichtete von mehreren Notrufen, die bei der Polizei eingegangen seien. Ein Verkehrschaos gab es aber nicht. Und kurz vor 14 Uhr hieß es, dass man zwar die genaue Ursache nicht gefunden habe, aber der Zentralrechner bei der VLB wieder funktioniere.

Die rund 2100 Ampeln gehören zwar noch dem Land, werden aber seit Anfang 2006 von der privaten Firma Nuon-Stadtlicht betrieben. Laut dem mehr als 120 Millionen Euro teuren Zehnjahresvertrag – dem ersten seiner Art in Deutschland – soll Stadtlicht 610 veraltete Anlagen modernisieren. 200 sind nach Auskunft von Firmensprecherin Heike Klumpe schon erneuert worden. Weil Glühlampen durch Leuchtdioden ersetzt werden, muss das Unternehmen seltener reparieren und das Land spart Stromkosten.

In der Verwaltung heißt es über Stadtlicht: „Die haben sich gut eingearbeitet.“ Auch Jutta Matuschek, Verkehrsexpertin der Linken, berichtete von einer Information ans Abgeordnetenhaus, wonach „alles bestens ist“. obs

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