Berlin : Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg: Schüler zahlen weniger - Erwachsene meist mehr

Klaus Kurpjuweit

Nach einem harten Ringen in letzter Sekunde ist es jetzt amtlich. Vom 1. August an werden für Schüler die Fahrten mit Bahnen und Bussen billiger, die meisten anderen Fahrgäste müssen mehr bezahlen, wenn sie nicht auf die neuen Angebote ausweichen können. Der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) beschloss gestern die neue Tarifstruktur, nachdem zuvor noch die Landräte aus Brandenburg die Änderungen abgelehnt hatten. Ihnen war zunächst die Differenz bei den Schülermonatskarten zwischen dem Tarifgebiet Berlin (AB) und dem ABC-Bereich (Berlin mit Umland) zu hoch.

Zum ersten Mal seit Jahren sinken von August an nun die Preise für die Schülermonatskarten - von 60 Mark auf 45 Mark im Stadtgebiet. Ab dem zweiten Kind in einer Familie sind nur noch 30 Mark fällig. Erheblich mehr zahlen müssen dagegen weiter die Schüler im BC- und ABC-Bereich. Der Preis steigt hier von 82 Mark auf 86 Mark (BC) und von 98 Mark auf 102 Mark (ABC).

Teurer werden die meisten Einzelfahrscheine und die Monatskarten. Mit 4,20 Mark für den Einzelfahrschein (AB), der zwei Stunden gilt, liegt Berlin dabei an der Spitze in Deutschland. Allerdings kann dafür auch eine konkurrenzlos lange Strecke zurückgelegt werden; die bei anderen Betrieben in der Regel erheblich teurer ist. Ähnlich sieht die Relation bei den Monatskarten aus. Die BVG verweist hier darauf, dass bei angenommenen 50 Fahrten im Monat der Preis bei der Standard-Karte fürs Stadtgebiet von rechnerisch jeweils 2,10 Mark auf 2,20 Mark steigt. Unverändert bleibt der Preis der ABC-Jahreskarte sowie der für die Kurzstrecke. Neu ist, dass die Monatskarten jetzt von jedem beliebigen Tag an gelten.

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Wer keine Monatskarte hat, aber trotzdem häufig mit Bahnen und Bussen fährt, muss in Zukunft rechnen, wie man am günstigsten fährt. Die Kleingruppenkarte, mit der bis zu fünf Personen für zusammen 21 Mark (Tarif AB) fahren konnten, entfällt. Dafür gibt es die Berlin-Card, die 69 Mark im Jahr kostet und zum Kauf von Ermäßigungsfahrscheinen berechtigt. Rechnerisch kostet die Berlin-Card damit 5,75 Mark im Monat; den Ermäßigungsfahrschein AB gibt es von August an für 2,90 Mark. Eine Alternative kann auch die neue Freizeitkarte sein, die 45 Mark im Monat kostet und zu Fahrten werktags nach 18.30 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen berechtigt. Außerhalb dieser Zeiten reicht ebenfalls der Kauf eines ermäßigten Fahrscheins. Zudem haben die BVG und die S-Bahn beschlossen, die Monatskarte für 45 Mark, die Bezieher von Arbeitslosenhilfe kaufen können, um ein Jahr zu verlängern. Der Versuch wäre Ende Juli ausgelaufen.

Etwas billiger werden die Fahrten wieder vom 1. Januar 2002 an. Dann müssen die Preise mit der Euro-Einführung abgerundet werden.

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