Berlin : Verkürzte Sommerferien

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Die Sommerferien sollen für Berlins Lehrer drei Tage früher enden. Darauf haben sich SPD, FDP und Bündnisgrüne bei den Koalitionsverhandlungen geeinigt. Die Lehrer sollen in dieser Zeit das neue Schuljahr vorbereiten, Konferenzen und Fortbildungen abhalten oder Schulfahrten planen, erläuterte gestern Schulstaatssekretär Thomas Härtel (SPD). Der Verband Bildung und Erziehung hält den Vorstoß für sinnvoll, fordert aber als Ausgleich drei zusätzliche Ferientage. Andernfalls handele es sich um eine "verkappte Arbeitszeiterhöhung", erklärte die Vorsitzende Annette Kunsch. Laut Kunsch hatte sich zu DDR-Zeiten eine sogar einwöchige Präsenzpflicht vor Ferienende bewährt. Allerdings habe es damals acht statt sechs Wochen Sommerferien gegeben.

Erfahrungen mit dem vorzeitigen Ferienende gibt es bereits in einigen Bundesländern. Auch Brandenburg Lehrer müssen sich in den letzten Sommerferientagen für Konferenzen bereithalten. Zuletzt wurde den niedersächsischen Pädagogen eine Ferienwoche abgeknöpft. Sie müssen drei Tage vor Ferienende in den Schulen erscheinen und nach den Halbjahreszeugnissen weiterarbeiten. Die Präsenz der Lehrer habe "eine gewisse Ruhe" in den Schulbeginn gebracht und das "Klima im Kollegium verbessert", hieß es gestern aus dem Kultusministerium in Hannover. Die Lehrer sehen das anders. "Alle sind der Meinung, dass die Zeit vertan ist", resümiert eine Pädagogin aus Celle. Um die drei Tage irgendwie zu füllen, würden Ausflüge veranstaltet oder Rot-Kreuz-Übungen abgehalten.

Unklar war gestern noch, ob die Präsenz verbindlich für alle angeordnet wird oder ob die Schulleiter selbst entscheiden können, ob das vorzeitige Erscheinen des Kollegiums sinnvoll ist.

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