Berlin : Verliebt in Frühsport Prominente Laufstrecken

Bärbel Schleker, die Yvonne Kuballa aus der Telenovela „Verliebt in Berlin“, hat ihren Ausgleich zu anstrengenden Drehtagen gefunden: einfach loslaufen

-

„Morgens schnappe ich mir meine Joggingschuhe und mache mich auf den Weg in die Natur. Ich schlüpfe aus dem Schlafanzug direkt in die Laufklamotten. Die Schuhe sollten übrigens von guter Qualität sein, möglichst aus dem Fachgeschäft. Wenn ich meine Zähne geputzt und ein Glas Wasser getrunken habe, geht’s los. Noch mit Schlafsand in den Augen starte ich vor der Haustür und laufe eine Dreiviertelstunde. Ehrlich. Danach geht’s mir richtig gut.

Das Gute ist, dass man diesen Sport einfach an jedem Ort ausüben kann. Schöne Joggingstrecken gibt es in Berlin doch fast überall. Gern würde ich zum Beispiel auch mal um den Müggelsee laufen.

Ich laufe immer allein. Ich bin eine Jogger-Autistin. Bloß nicht quatschen. Wir Morgenjogger nicken uns unterwegs höchstens mal verschwörerisch zu – man kennt sich. Vom Rest der Welt bekomme ich nicht viel mit. Ich habe Kopfhörer über die Ohren gestülpt und höre meine selbst zusammengestellte Laufmusik. Im Moment sind das die Chemical Brothers. Ich jogge aber auch mit Dionne Warwick oder Robbie Williams. Ich passe mich dem Rhythmus der Musik an – mal schnell, mal langsam. Das hat was sehr Entspannendes, fast Meditatives.

Nach einem relaxenden Stretching wird geduscht, und dann freue ich mich auf ein gutes Frühstück. Wenn ich dann zum „Verliebt in Berlin“-Dreh nach Adlershof komme, fühle ich mich wunderbar ausgeglichen. Das ist auch nötig. Spätestens um acht Uhr geht es los, manchmal aber auch schon um sieben. Meine Verwandlung in der Maske dauert etwa eine Stunde. Am Tag drehe ich zwischen zwei und acht Szenen, dazwischen findet fast immer ein Kostümwechsel statt. Dafür habe ich selten mehr als zehn Minuten Zeit. Zweimal in der Woche bin ich mit meinen Kollegen beim Außendreh in der Berliner Umgebung.

Ich habe mit dem Laufen nach meiner Schauspielausbildung begonnen. Damals spielte ich in den Kammerspielen des Deutschen Theaters in „Der Mann, der noch keiner Frau Blöße entdeckte“ und bin dann durch die Theater Deutschlands getingelt. Nebenbei habe ich angefangen, an meiner Film- und Fernsehkarriere zu basteln. Das war eine aufregende Zeit. Man nimmt vieles auf sich und muss auch einiges einstecken können.

Ohne das Laufen würde mir ein Ausgleich fehlen. Es kommt vor, dass ich kribbelig bin, wenn ich weiß, dass ich zum Beispiel in zwei Tagen einen Termin habe, bei dem ich ein Problem klären muss. Das beschäftigt mich Tage zuvor. Da kann ich schwer abschalten – und erst beim Laufen löst sich dieser Gefühlsstau. Dann entwirrt sich das Chaos in meinem Kopf und ich bin einfach nur gelassen.“ Aufgezeichnet von Susan Münke

HEUTE:

Volkspark Rehberge

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar