Berlin : Verluste verringert Aufwärtstrend bei

Wohnungsunternehmen

-

Die wirtschaftliche Lage der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften hat sich im Geschäftsjahr 2001 verbessert. Eine dauerhafte Konsolidierung ist aber noch nicht in Sicht. Betrugen die Verluste der Wohnungsunternehmen 2000 rund 475 Millionen Euro, waren es 2001 „nur“ 169 Millionen Euro. Die Wohnungsbaugesellschaften Mitte (WBG) und Gewobag konnten sogar einen kleinen Gewinn (11,3 Millionen bzw. 5,8 Millionen Euro) erwirtschaften und somit eine Dividende an das Land Berlin zahlen.

Degewo, Gesobau, Stadt und Land sowie GSW konnten ihre außerordentlich hohen Verluste vom Vorjahr zwar verringern, sie stecken aber weiterhin in den roten Zahlen. Sorgenkind bleibt die Wohnungsbaugesellschaft Marzahn, die inzwischen von der Degewo übernommen wurde. Vor zwei Jahren konnte Marzahn nur durch den Verkauf von Wohnungen zahlungsfähig gehalten werden. Ursache der desolaten Situation war und ist der hohe Wohnungsleerstand in den Plattenbauregionen im östlichen Berlin. Die Leerstandsquote ist dort mehrfach höher als im Westteil der Stadt.

Belastend für die Wohnungsunternehmen sind auch die niedrigen Immobilienpreise und die Stagnation auf dem Grundstücksmarkt. Wohnungsbestände sind schwer verkäuflich. Außerdem mussten die landeseigenen Gesellschaften in den vergangenen Jahren hohe Kredite aufnehmen: Für „Insich-Geschäfte“ (gegenseitiger Aufkauf der Unternehmen) und für Kredite zur Bausanierung. Die Verschuldung der städtischen Unternehmen liegt bei etwa 10 Milliarden Euro. Dem stehen Immobilienwerte von 16 Milliarden Euro gegenüber, deren Bewertung von Experten aber als zu hoch angesehen wird. Inzwischen geben die Wohnungsbaugesellschaften in Berlin über die Hälfte ihrer Einnahmen für Zins und Tilgung von Bankkrediten aus.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Personalstand in den Unternehmen immer noch zu hoch ist. Nach der Wende wurden vor allem in den üppig besetzten Wohnungsbaugesellschaften im Osten Berlins nicht schnell genug Stellen abgebaut. Großzügig umgegangen wurde auch mit Vorstandsposten und -gehältern. Der Landesrechnungshof hat sich mit dem Finanzgebaren der Unternehmen bereits sehr kritisch befasst. za

0 Kommentare

Neuester Kommentar