Berlin : Vermisst - Teil 15: Marcel Hermeking

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Jeden Tag verschwinden Menschen in Berlin. Die meisten sind schnell wiedergefunden. Doch manche sind seit Monaten oder Jahren verschollen. Der Tagesspiegel stellt täglich einen vor.

Der 21. September 1997 sollte in Berlin den Kindern gehören. Auf dem Alexanderplatz feierten sie ein Fest anlässlich des Weltkindertages. Auch der 10-jährige Marcel Hermeking wollte sich das nicht entgehen lassen. Also machte sich Marcel von zu Hause in der Gaudystraße in Prenzlauer Berg auf. Gegen 17 Uhr verließ er die U-Bahn am Alex. Es ist es das letzte Mal, dass der Junge lebend gesehen wurde.

Wochenlang suchte die Polizei nach dem Vermissten. Die Mordkommission übernahm den Fall und bildete eine Sonderkommission. Tatsächlich schien es zunächst, dass der Junge einem Verbrechen zum Opfer gefallen war. Am 25. Oktober glaubten die Fahnder den Fall gelöst zu haben: In einer Wohnung in der Rosenthaler Straße nahmen sie den arbeitslosen Elektriker Michael K. fest. Der Mann gab zwar zu, Marcel gekannt zu haben, bestritt aber, dem Kind etwas getan zu haben. Die Ermittler glaubten ihm nicht, zumal sie in seiner Wohnung Nacktbilder von Kindern fanden. Immer wieder, so stellte sich heraus, hatte Michael K. Kinder mit zu sich nach Hause genommen, um sie zu fotografieren. Im Juli 1998 wurde der Mann dafür zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Doch der Verdacht, Michael K. könnte Marcel Hermeking ermordet haben, erhärtete sich nicht. Die bereits aufgelöste "SoKo Marcel" wurde erneut gebildet, die Ermittlungen gingen weiter - bis heute ohne Ergebnis.

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