Berlin : Vermisst: Zur Schule und zum Verein möglichst gemeinsam

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"Wie kann ich mein Kind besser schützen?" Das fragen sich Eltern jedesmal, wenn Fälle wie der von Sophie bekannt werden. Die Sorge ist groß, da es einen hundertprozentigen Schutz kaum geben kann. Wer wollte - und könnte - sein Kind, das eigentlich groß genug ist, allein über die Straßen zu gehen, unter ständiger Kontrolle halten?

Christa Mommert, Vorsitzende des Berliner Landeselternausschusses, empfiehlt, dass diejenigen Eltern, die ihre Kinder nicht selbst zur Schule bringen können, dafür sorgen, dass sie gemeinsame Wege zusammen mit Mitschülern gehen. Auch Fahrdienste, die mehrere Eltern untereinander organisieren, wären eine - wenn auch mühsame - Möglichkeit. Je älter die Kinder werden, desto schwieriger ist es natürlich, sie zu maßregeln, ihnen vorzuschreiben, welche Wege sie gehen dürfen und welche nicht.

Für Eltern und Kinder gibt es durchaus Verhaltensregeln, mit denen die Risiken begrenzt werden können. Adolf Gallwitz, Psychologe und Professor an der Polizeihochschule Villingen-Schwenningen, hat sie in einer "Kinderschutz-Fibel" zusammengefasst. Entscheidend ist demnach zunächst ein Vertrauensverhältnis zu den Eltern, die wissen sollten, welche Wege und zu welchen Freunden das Kind geht. Sie sollten ihre Kinder über mögliche Gefahren informieren, ohne ihnen dabei Angst zu machen. Fremden Erwachsenen sollten sie in keinem Falle folgen, auch wenn diese sie um Hilfe bitten - dann müssten im Zweifelsfalle andere Erwachsene herangezogen werden. Besonders wichtig ist ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein beim Kind. Es muss zu fremden, erwachsenen Leuten "Nein" sagen können.

Wird ein Kind vermisst, soll sofort die Polizei verständigt werden, empfiehlt Mattias Tkotsch von der Vermisstenstelle der Berliner Polizei. Für die Aufnahme einer Kinder-Vermisstenanzeige bei der Polizei gibt es keine Wartezeit. Eltern sollten aktuelle Bilder und eine genaue Personenbeschreibung des Vermissten geben möglichst all jene Menschen benennen können, bei denen sich das Kind aufhalten kann oder die nähere Angaben machen könnten. Adress- und Telefonlisten von Mitschülern und Freunden sind hier wichtig.

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