Berlin : Vermisster Junge: Fünfjähriger in Spandau verschwunden

Werner Schmidt

Ein fünfjähriger Junge aus Spandau ist seit Dienstagnachmittag verschwunden. Die einzige Spur von Horst Peter W. ist seine Jacke, die am Havelufer unterhalb der Dischinger-Brücke an der Ruhlebener Straße gefunden wurde. Noch am Dienstagabend suchten Taucher in der Havel nach dem Kind, brachen die Suche aber am späten Abend erfolglos ab. Gestern Vormittag wurden erneut Taucher eingesetzt. Gleichzeitig suchten Bereitschaftspolizisten die Keller und Dachböden der Häuser und die Grünflächen in der Nähe ab - ebenfalls ohne Ergebnis. Am Nachmittag stellte die Polizei ihre Suche ein. Sie geht davon aus, dass das Kind in die Havel fiel und ertrank. Hinweise auf ein Verbrechen gebe es nicht, sagte ein Kripo-Beamter von der Vermisstenstelle.

Zum Thema Newsticker: Aktuelle Meldungen aus Berlin und Brandenburg Nach den bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei spielte Horst Peter W. auf einem Spielplatz in der Nähe seines Wohnhauses an der Straße Plantage im Spandauer Ortsteil Stresow. Dort wurde der Junge zuletzt gesehen, und zwar gegen 16.45 Uhr von seinem 18 Jahre alten Bruder. Die Eltern glauben, ihr Kind dann 15 Minuten später auf der Charlottenbrücke erkannt zu haben, als sie mit dem Auto vorbei fuhren. Ein ebenfalls fünf Jahre alter Spielkamerad berichtete der Polizei, Horst Peter habe seine Jacke am Havelufer ausgezogen und liegen lassen. Anschließend sei er weggelaufen.

Horst Peter W. kann nicht schwimmen, spielte aber offenbar trotz der elterlichen Verbote immer wieder am Havelufer. Spielkameraden berichteten, erst vor wenigen Tagen habe er dicht am Fluss gestanden und Wasser geschöpft.

Horst Peter W. ist 1,20 Meter groß, kräftig und hat blonde nackenlange Haare und blaugraue Augen. Er trug ein rotes T-Shirt mit weiß-blauer Aufschrift, eine braune Latzjeanshose mit goldfarbenen Knöpfen und knöchelhohe Turnschuhe. Zeugen, die den Jungen gesehen haben, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei (Telefon: 699 32 72 41/-48) in Verbindung zu setzen.

Immer wieder verschwinden Kinder und Jugendliche, die meisten laufen von zu Hause weg, kommen aber nach spätestens einigen Wochen zurück. Über 8000 Vermisstenanzeigen wurden im vergangenen Jahr bei der Polizei erstattet, gut die Hälfte davon betraf Kinder und Jugendliche. Sandra Wißmann verschwand am 28. November 1999 am Kottbusser Damm. Von der damals 12-Jährigen wurde bis heute keine Spur gefunden. Marcel Hermeking ist bereits seit mehreren Jahren verschwunden. Am 21. September 1997 wollte der zehnjährige Schüler zum Kinderfest auf dem Alexanderplatz. Er kam dort aber nie an. Seither fehlt jeder Hinweis auf seinen Aufenthaltsort.

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