Vermisster Junge wieder gefunden : Geschichte einer Suchaktion in Berlin-Kreuzberg

Als ein dreijähriger Junge am Freitagnachmittag verschwindet, hilft die ganze Nachbarschaft bei der Suchaktion. Eine Geschichte aus Berlin-Kreuzberg.

Christoph Stollowsky
Berlin, Graefekiez. Hier startete die gemeinsame Suchaktion. Foto: Kai-.Uwe Heinrich
Berlin, Graefekiez. Hier startete die gemeinsame Suchaktion.Foto: Kai-.Uwe Heinrich

Das hat selbst altgediente Polizeibeamte tief beeindruckt: „Danke Kreuzberg! Dreijähriger dank überwältigender Hilfe wieder da“, postete die Berliner Polizei am Sonnabend auf Facebook. Was war passiert? Am Freitag kurz vor 16 Uhr vermisste eine britische Touristin plötzlich ihren kleinen autistischen Sohn. Der war unbemerkt aus einem Second-Hand-Kinderladen an der Kreuzberger Graefestraße davongelaufen, als sich seine Mutter dort mit Freunden umschaute. Verzweifelt rannte die Frau nach draußen, irrte umher, rief lautstark nach ihrem „Xavier“ – und um Hilfe.

"Punks suchten mit, Leute im Anzug, einfach alle"

Und die Helfer eilten aus allen Ecken herbei. „Das war absolut beeindruckend“, erzählt Polizeikommissar Florian Bäcker vom Kreuzberger Abschnitt 52, dessen Beamte fast zeitgleich alarmiert wurden. „Alle machten sich sofort auf die Suche, Passanten, Anwohner, Kunden des Second-Hand-Shops, Punks waren dabei, Leute mit Anzug.“ Auch Kommissar Bäcker und sein Kollege Feliks Mundt wurden sofort aktiv, bereiteten den Einsatz einer Hundertschaft vor, forderte Spürhunde an ...

Doch bevor das alles ins Rollen kam, eilte eine junge Frau herbei. Ihr Lebensgefährte habe sie angerufen, rief sie. „Der hat das Kind soeben gefunden!“ An der Ecke Schinkestraße/Kottbusser Damm sah der Mann Xavier an einer Hauswand stehen, sprach ihn an, und die Sache war klar, als der Junge englisch antwortete.

Eine Polizeistreife holte Xavier mitsamt dem Finder an der Ecke ab. Und die Mutter schloss ihren Ausreißer in die Arme. Freudentränen. Happy End.

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