Berlin : Versicherungsbetrug: Fingierte Unfälle: Auch ein Gutachter war dabei

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Sie war gut organisiert, sogar ein vereidigter Kraftfahrzeug-Gutachter gehörte zur Bande. Er bescheinigte den zehn Betrügern für die Versicherung Unfällschäden, die es gar nicht gab. Jetzt ist die Bande aufgeflogen. Insgesamt 120 000 Mark hatte sie von den Versicherungen zur Erstattung der angeblichen Reparaturkosten beantragt. Lediglich 33 000 Mark erhielt sie aber, denn schon frühzeitig wurden die Versicherungen argwöhnisch. Sie schalteten die Kriminalpolizei ein.

Als Drahtzieher der bisher 21 bekannt gewordenen, fingierten Fälle, von denen nach Auskunft der Polizei 20 reine "Papierunfälle" waren, gilt ein 24-jähriger Reinickendorfer. Ihn drückten seine 50 000 Mark Schulden. So ließ er sich im Februar vergangenen Jahres zunächst tatsächlich seinen BMW Z 3 bei einem bestellten Zusammenstoß verbeulen. Reparieren ließ er ihn notdürftig in einer Hinterhof-Werkstatt in Hohenschönhausen; der Gutachter bescheinigte einen Schaden, der deutlich höher lag, als er tatsächlich war. Der letzte "Unfall", der einer Versicherung schließlich gemeldet wurde, stammt vom August 2000.

Nach ihren ersten betrügerischen Erfolgen wurden die Täter immer dreister. Der 24-Jährige brachte es fertig, der Versicherung an einem Tag im Stundentakt gleich drei Unfälle mit seinem Sportwagen zu melden. Es handelte sich dabei aber immer um denselben Schaden.

Unter den elf Beteiligten aus Berlin und Brandenburg sind auch drei Frauen. Ihre Namen wurden von ihren betrügerischen Ehemännern missbraucht, indem sie Autos auf die Namen der Frauen zuließen und diese dann als Unfallbeteiligte meldeten. Die Frauen wurden offenbar angewiesen, bei Nachfragen lediglich zu bestätigten, dass sie mit ihren Autos Unfälle gehabt hätten. Alle notwendigen schriftlichen Arbeiten erledigten ihre Männer.

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