Verspäteter Start der „Mall of Berlin“ : Allerlei Ärger am Leipziger Platz

Im neuen Center „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz hoffen Händler auf die baldige Eröffnung. Die Absage des geplanten Termins am 30. Mai macht besonders den kleineren und finanzschwächeren Läden zu schaffen.

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Der Status quo (am 16. Mai). Mit rund 270 Läden und Lokalen auf 76 000 Quadratmetern wird das Einkaufszentrum eines der größten in Berlin.
Der Status quo (am 16. Mai). Mit rund 270 Läden und Lokalen auf 76 000 Quadratmetern wird das Einkaufszentrum eines der größten in...Foto: Cay Dobberke

Nach der wegen Brandschutzproblemen und Bauverzögerungen abgesagten Eröffnung des Einkaufszentrums „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz hat das Rätselraten um den Ersatztermin begonnen. Bauherr Harald Huth gab am Freitag noch nichts Neues bekannt, unter den rund 270 Mietern wurde über eine Verzögerung von zwei bis vier Wochen spekuliert. „Spätestens in der nächsten Woche“ werde ein neuer Zeitpunkt genannt, hatte Huth den Händlern zuvor in einer Rundmail geschrieben.

Eigentlich war die Eröffnung des Centers für den 30. Mai geplant. Gemessen an der Zahl der Läden und Lokale wird es das größte in Berlin, nur bei der Verkaufsfläche (76 000 Quadratmeter) führen noch die Neuköllner Gropius-Passagen mit 85 000 Quadratmetern.

Hier wird noch kräftig gebaut. Ein Blick auf die glasüberdachte Passage aus der Leipziger Straße.
Hier wird noch kräftig gebaut. Ein Blick auf die glasüberdachte Passage aus der Leipziger Straße.Foto: Cay Dobberke

Das Personal ist angestellt, die Ware lagert

In die Neubauten am Leipziger Platz ziehen überwiegend Filialisten, die Mehrkosten leicht verkraften. Doch es gibt auch Mittelständler: „Für mich ist es ein großes Problem“, sagt zum Beispiel Manfred Berle, der sein Geschäft „Berle’s Trends and Gifts“ so gut wie fertig eingerichtet hat. „Die Ware ist da und liegt im Keller.“ Auch Miete müssen die Händler schon zahlen. Vor allem die Personalkosten machen Berle Sorgen: „Ich habe alle Leute schon an Bord.“

Seit elf Jahren betreibt der Händler ein Geschäft für Lifestyle-Accessoires in der nahen Mohrenstraße. Um gute Kundenberatung zu gewährleisten, beschäftigt er keine Aushilfen. Drei zusätzliche Mitarbeiter für das Center hat er bereits angestellt und geschult. Zum Arbeitsamt will er sie nicht schicken, um zu vermeiden, dass sie woandershin vermittelt werden. Ein Monat Verspätung würde ihn 5000 bis 6000 Euro kosten, schätzt Berle. Nach etwa sechs Wochen bekäme er „Probleme mit der Liquidität“.

Baustellenrundgang am Leipziger Platz in Berlin
Großprojekt in der Stadtmitte. Eine Visualisierung der „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz. Die Eröffnung wurde schließlich für den 25. September 2014 angekündigt. Der ursprünglich geplante Termin am 30. Mai war wegen Bauverzögerungen verschoben worden.Weitere Bilder anzeigen
1 von 18Simulation: promo/HGHI
03.05.2014 21:54Großprojekt in der Stadtmitte. Eine Visualisierung der „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz. Die Eröffnung wurde schließlich für...

Wie berichtet, hatte sich die Eröffnung der Mall mehrmals verzögert. Ursprünglich war inoffiziell von Ende Februar die Rede. Im März hieß es, es gehe „voraussichtlich“ Anfang April los. Entschädigungen oder Mietminderungen sehen die Verträge nicht vor; in manchen steht der 1. August als spätester Eröffnungstermin, in anderen fehlt jede Frist.

Von mehreren großen Mietern war bisher nichts zu erfahren. Die Modehandlung Peek & Cloppenburg und die Elektronikkette Saturn lehnten Stellungnahmen ab. Saturn hatte die bislang geplante Filialeröffnung am 30. Mai schon mit Sonderangeboten beworben. Dagegen war die große Werbekampagne des Centers noch nicht angelaufen.

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