Berlin : Verspätung bei Schinkels Bauakademie

Der Wiederaufbau soll nun in drei Jahren starten

Matthias Oloew

Die Wiederaufbaupläne für die Schinkel- sche Bauakademie am Auswärtigen Amt waren wohl etwas zu ehrgeizig. Erst sollte der in den 1960er Jahren abgerissene Backsteinkubus schon Ende 2006 stehen. Vor zwei Jahren war der Präsident des Vereins Internationale Bauakademie Berlin, Hans Kollhoff, noch optimistisch, 2007 mit dem Bau beginnen zu können. Jetzt gibt sich Kollhoff noch vorsichtiger: „In den nächsten drei Jahren wollen wir anfangen“, sagte er am Mittwoch zur Eröffnung einer Ausstellung im sogenannten roten Saal, einem Musterraum, der sich hinter der Schaufassade aus Plastik befindet.

Als Grund für die Verzögerung nannte Kollhoff die Schwierigkeiten, Sponsoren und Geldgeber zu finden, die bereit sind, in „dieser Größenordnung“ (Kollhoff) den Wiederaufbau zu bezuschussen. Das Land Berlin hat das Grundstück unentgeltlich zur Verfügung gestellt, den Bau müssen Kollhoff und die Seinen alleine stemmen. Auf 15 bis 20 Millionen Euro schätzt er die Baukosten. Vor acht Jahren waren noch knapp 50 Millionen veranschlagt, 2005 sollte der Wiederaufbau 25 Millionen kosten. „Wir verzichten nun auf den Bau eines Kellers“, erklärte Kollhoff. Ins Erdgeschoss werden außerdem wohl Läden einziehen, „anders bekommen wir den Bau nicht finanziert.“

Die Suche nach Geldgebern hat nun zum Stromkonzern Vattenfall geführt, der das Projekt in den kommenden drei Jahren mit einer sechsstelligen Summe bezuschussen will. Diese Unterstützung ermöglicht es immerhin, dass nun dauerhaft Veranstaltungen und Ausstellungen in dem bisher ungeheizten Musterraum hinter der Schaufassade stattfinden können. Zusätzlichen Schub erhoffen sich die Mitglieder der Bauakademie durch den Bau des Humboldt-Forums und privater Projekte, wie der Errichtung der Hauptstadtrepräsentanz von Thyssen-Krupp vor dem ehemaligen Staatsratsgebäude. Matthias Oloew

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