Berlin : Verstanden

Klaus Kurpjuweit

Man muss nicht alles verstehen. Schon gar nicht bei der Berliner Luftfahrtpolitik. Okay, in Schönefeld sind die Planer nach vielen Turbulenzen doch noch gut gelandet. Der Flughafen kann ausgebaut werden. Jetzt will die Flughafengesellschaft sich erneut Tempelhof vorknöpfen und den Flughafen schließen. Vom 1. April 2007 an soll dort kein Flugzeug mehr starten oder landen. Dafür führt die Flughafengesellschaft auch gute Gründe an. Jedes Jahr mache der Flugbetrieb in Tempelhof acht bis neun Millionen Euro Verlust. Dieses Geld fehle dann für den Ausbau in Schönefeld. Das versteht man. Schwieriger wird es, wenn das Unternehmen gleichzeitig erklärt, dass es in Tegel, das bereits aus allen Nähten platzt, die Zahl der Passagiere nochmals um rund 25 Prozent steigern will – auf dann 14,5 Millionen Fluggäste pro Jahr. Gebaut worden war der Flughafen einst für 5,5 Millionen Passagiere. Doch ob Tempelhof wirklich schon vom 1. April 2007 an geschlossen sein wird, werden wohl wieder die Richter entscheiden. Sollten sie die Pläne kippen, könnte die Flughafengesellschaft ja sagen, es sei alles nur ein Scherz gewesen. Das immerhin haben wir verstanden. (Seite 12)

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