Versuchte Kindstötung : Vater wollte sein Baby vergiften

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen einen Vater, der versucht haben soll, seine zwölf Monate alte Tochter zu vergiften. Er soll dem Kind im Krankenhaus giftige Substanzen verabreicht haben.

von
Die Polizei nahm die mutmaßliche Entführerin in Hannover fest.
Die Polizei nahm die mutmaßliche Entführerin in Hannover fest.Foto: dpa/Archiv

Brandenburg (Havel) - Der Verdacht gegen einen Mann, sein eigenes Baby vergiftet zu haben, beschäftigt die Behörden und die Öffentlichkeit in der Havelstadt Brandenburg. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft in Potsdam bestätigte, befindet sich der Vater in Untersuchungshaft. Er soll versucht haben, seine zwölf Monate alte Tochter zu töten. Die ebenfalls Ende Juni festgenommene Mutter ist inzwischen wieder frei. Zu Einzelheiten der schrecklichen Tat halten sich Ärzte, Staatsanwalt und Polizei aber bedeckt. Die ärztliche Schweigepflicht gebiete dies, hieß es aus zwei Krankenhäusern der Stadt, die das Mädchen behandelt hatten.

Nach übereinstimmenden Meldungen der örtlichen Presse begann die Leidensgeschichte des Kindes schon vor einigen Monaten in Neumünster in Schleswig-Holstein. Dort wurde ihm ein künstlicher Zugang zum Magen gelegt, weil es nicht mehr schlucken konnte. Die Eltern kehrten mit ihrem Kind in den Brandenburger Ortsteil Hohenstücken zurück und brachten das Baby zur Rehabilitation ins Helios-Klinikum. Nach einem Spaziergang mit dem Vater fiel es plötzlich ins Koma und wurde ins Städtische Krankenhaus gebracht.

Dort standen die Mediziner anfangs vor einem vermeintlichen Rätsel. Nach jedem Besuch der Eltern ging es der kleinen Patientin schlechter. Sie untersuchten das Blut und den Mageninhalt und stießen, so heißt es in den Berichten unter Bezug auf Augenzeugen, auf Reste von Alkohol, Nikotin und Desinfektionsmitteln. Diese seien über den künstlichen Magenzugang verabreicht worden. Die Ärzte reagierten schnell, alarmierten die Polizei und retteten damit das Leben des Mädchens.

Die Polizei bestätigt nur die Festnahme. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, hieß es. Es werde beispielsweise geprüft, ob dem Tatverdächtigen weitere Straftaten zuzuordnen seien. Auch über das Motiv des Mannes gibt es dem Vernehmen nach noch keine Erkenntnis. Dem Kind soll es wieder gut gehen. Es befindet sich offenbar außer Lebensgefahr.Claus-Dieter Steyer

Autor

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben