Vertretungsunterricht : 50 Euro pro Stunde für Ersatzlehrer

In einer Woche beginnt in vier von fünf Schulen eine neue Ära: Mit dem Beginn des Schuljahres 2007/08 wollen sie selbst Vertretungskräfte einstellen, wenn Lehrer erkranken.

Für den Vertretungsunterricht haben die Schulen je nach Größe bis zu 200 000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Um das neue Verfahren zu erläutern, hat die Bildungsverwaltung jetzt eine „Handreichung“ zusammengestellt. Dort wird erstmals genau dargelegt, was die Schulen erwartet und wie sie ihr sogenanntes Personalkostenbudget berechnen können. Da es auf drei Prozent der gesamten Personalausgaben gedeckelt ist, bedeutet dies, dass etwa ein Gymnasium mit 100 Lehrern für drei von ihnen Ersatz beschaffen kann. Da ein Gymnasiallehrer 26 Stunden pro Woche unterrichtet, sind dies bei drei Kräften 78 Wochenstunden, die extern „eingekauft“ werden können. Pro Stunde stehen je nach Status des Bewerbers im Schnitt 50 Euro zur Verfügung. Also verfügt die Schule pro Woche über knapp 4000 Euro; bei 40 Unterrichtswochen also rund 160 000 Euro.

Falls eine Schule beschließt, einen Großteil des Vertretungsunterrichts anderweitig zu organisieren – etwa durch Wegfall von Förderstunden – , kann sie ein Drittel des neuen Vertretungsbudgets auch für Projekte außerhalb des Unterrichts ausgeben. Dies könnten etwa Kurse sein, die Sozialarbeiter oder Künstler anbieten. Wenn eine Schule ihr Geld nicht verbraucht, kann sie bis zur Hälfte des Budgets ins nächste Jahr übertragen.

Die Handreichung der Verwaltung erläutert auch, wer als Vertretungskraft infrage kommt. Das sind etwa eigene Teilzeitkräfte, die vorübergehend ihre Stelle aufstocken wollen, oder pensionierte Kollegen. Ansonsten auch alle Bewerber mit 1. oder 2. Staatsexamen, Absolventen von Hoch- und Fachhochschulen, Bachelor-Absolventen, Studenten oder Lehrer in Altersteilzeit. Schulen können selbst einen Pool von solchen Vertretungskräften anlegen oder auf einen zentralen Bewerberpool der Bildungsverwaltung zurückgreifen. Dem Vernehmen nach haben sich für diesen Pool inzwischen etwa 130 Personen registrieren lassen. sve

Mehr dazu im Internet unter: www.bjsinfo.verwalt-berlin.de/index.aspx; dort „Schule“ und „Personalkostenbudgetierung“ anklicken.

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