Berlin : Verwaltungsreform: Berlins Beamte haben zu große Büros

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In mehrstündiger Klausur hat der Senat am Dienstag Fachleute zu einer klassischen Aufgabe der Verwaltungsreform angehört und Vorentscheidungen getroffen. Es geht um das kostensparende Management von Senatsgebäuden, die bisher teils vom Landesverwaltungsamt, teils von der Oberfinanzdirektion verwaltet werden. Hierfür soll nun eine privatrechtliche Firma gegründet werden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Finanzsenatorin Christiane Krajewski sprachen von 180 Millionen Mark Einsparpotenzial plus 600 bis 700 Millionen Mark Erlösen beim Verkauf von überzähligen Verwaltungsgebäuden.

In Rede stehen insgesamt eine Million Quadratmeter reine Büronutzfläche ohne Nebenflächen. Bei der Analyse durch externe Gutachter stellte sich heraus, dass dort auf einen Bediensteten 22,3 Quadratmeter kommen; optimal seien dagegen zehn Quadratmeter. Die Untersuchung hatte vor Monaten noch der CDU-Finanzsenator Peter Kurth in Auftrag gegeben. 100 Millionen Mark seien durch weniger Flächenverbrauch einzusparen, weitere 80 Millionen durch günstigere Verträge für Reinigungen, Versicherungen und ähnliches, sagte Frau Krajewski (SPD). Nach den Vorarbeiten durch ihren Vorgänger Kurth soll das neue Konzept nun umgesetzt werden, was noch der Beschlüsse bedarf. Daher nahmen an den Klausurberatungen am Dienstag auch die Staatssekretäre teil.

Die 500 Bediensteten, die mit dem Gebäude-Management und der Gebäudebewirtschaftung befasst sind, sollen "sozialverträglich" anderswo untergebracht werden, das Landesverwaltungsamt muss diese Aufgabe an eine privatrechtliche Gesellschaft abgeben. Der Senat hat am Dienstag ferner verabredet, dass nun auch die Bezirksrathäuser untersucht werden, um solche strukturellen Einsparungen zu erzielen.

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